Ex-Nato-GeneralsekretÀr, Europas

Ex-Nato-GeneralsekretĂ€r: Europas Rolle bleibt fĂŒr die USA entscheidend

29.06.2026 - 06:09:13 | dpa.de

Die USA bleiben nach EinschĂ€tzung des frĂŒheren Nato-GeneralsekretĂ€rs Jens Stoltenberg stark auf ihre VerbĂŒndeten in Europa angewiesen - trotz aller Kritik von PrĂ€sident Donald Trump an der MilitĂ€rallianz.

"Die Verteidigung der USA beginnt an der europĂ€isch-russischen Grenze", sagte der jetzige norwegische Finanzminister der "Welt" (Montag). So befinde sich direkt jenseits der norwegischen Grenze auf der russischen Kola-Halbinsel eines der weltgrĂ¶ĂŸten Atomwaffen-Arsenale. "Diese Waffen sind nicht auf Oslo gerichtet - sie sind auf Washington und New York gerichtet. Aber Norwegen hilft dabei, die russischen U-Boote zu tracken, wenn sie ihre StĂŒtzpunkte verlassen."

Weiter sagte er, Norwegen helfe auch bei der FrĂŒhwarnung vor Raketen und dem Start von Flugzeugen. "Und Ă€hnlich verhĂ€lt es sich in Finnland und vielen anderen europĂ€ischen LĂ€ndern. Das ist entscheidend fĂŒr die Sicherheit der Vereinigten Staaten", betonte er.

USA und Europa haben "ernsthafte Meinungsverschiedenheiten"

Mit Blick auf den anstehenden Nato-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara und der wiederholten Kritik Trumps an den Partnern in Europa sagte Stoltenberg der "Welt" weiter: "NatĂŒrlich gibt es zwischen den USA und Europa ernsthafte Meinungsverschiedenheiten in den Bereichen Handel, Klima und auch bei Sicherheitsfragen. Ich unterschĂ€tze diese Herausforderungen nicht."

Das Wichtigste, was Europa zum Erhalt der Nato auch unter Trump aber tun könne, seien mehr Investitionen in die Verteidigung. "Und genau das tun wir. Deutschland ist nun auf dem besten Weg, der grĂ¶ĂŸte europĂ€ische Verteidigungsinvestor zu werden."

Invasion in die Ukraine "Fehlschlag" Putins

Die großangelegte russische Invasion in die Ukraine nannte Stoltenberg einen "strategischen Fehlschlag" von PrĂ€sident Wladimir Putin. "Er kontrolliert den Donbass noch immer nicht, und die Ukraine steht Europa nĂ€her denn je. Finnland und Schweden sind als direkte Folge der Invasion der Nato beigetreten. Putin hat also keines seiner strategischen Ziele erreicht, obwohl Russland einen großen Preis zahlt."

de | boerse | 69649691 |