ROUNDUP, USA

USA wollen sich fĂŒr Jahre Zugriff auf Venezuelas Öl sichern

08.01.2026 - 15:24:37

Die USA wollen sich langfristig den Zugriff auf venezolanisches Erdöl sichern.

PrĂ€sident Donald Trump erwarte, dass die Vereinigten Staaten ĂŒber Jahre hinweg Venezuela fĂŒhren und die riesigen Ölreserven dort fördern werden, berichtet die "New York Times" unter Berufung auf ein GesprĂ€ch mit dem US-PrĂ€sidenten. Die venezolanische FĂŒhrung sei bereit, alles zu geben, was die US-Regierung fĂŒr notwendig halte, habe Trump weiter gesagt.

Venezuelas geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sidentin Delcy RodrĂ­guez wies den Druck aus Washington hingegen zurĂŒck. "Wir haben uns der wirtschaftlichen Aggression nicht gebeugt und werden uns auch keiner anderen Art von Aggression beugen", sagte sie. Vielmehr strebt die neue FĂŒhrung in Caracas eine Diversifizierung der wirtschaftlichen Beziehungen des sĂŒdamerikanischen Landes an. "Wir reichen allen LĂ€ndern der Welt die Hand, um die Beziehungen, die wirtschaftliche Zusammenarbeit, Handelskooperationen und die Zusammenarbeit im Energiebereich auszubauen", sagte RodrĂ­guez.

Ölexport ist wichtigste Devisenquelle fĂŒr Venezuela

Trump hatte schon zuvor AnsprĂŒche auf die Einnahmen aus dem Export venezolanischen Öls angemeldet. Das sĂŒdamerikanische Land verfĂŒgt mit schĂ€tzungsweise 303 Milliarden Barrel (je 159 Liter) ĂŒber die grĂ¶ĂŸten Ölreserven der Welt. Es handelt sich dabei vor allem um Schweröl, das nur mit spezieller Technik raffiniert werden kann. An der US-GolfkĂŒste sind mehrere Raffinerien auf solches Rohöl spezialisiert.

Trotz der enormen Reserven ist die Ölproduktion mit rund 1,2 Millionen Barrel pro Tag derzeit recht niedrig - vor 20 Jahren wurden noch fast 3 Millionen Barrel Öl pro Tag in Venezuela gefördert. Dennoch ist Öl die wichtigste Devisenquelle des Landes. Zuletzt war China der grĂ¶ĂŸte Abnehmer fĂŒr venezolanisches Erdöl.

Der Wiederaufbau der maroden venezolanischen Ölindustrie dĂŒrfte nach EinschĂ€tzung von Experten Jahre dauern und Investitionen in Milliardenhöhe erfordern. Das rĂ€umte auch Trump in dem Interview ein. "Wir werden es auf sehr gewinnbringende Weise wiederaufbauen", sagte er ĂŒber Venezuela. "Wir werden Öl nutzen, und wir werden Öl nehmen. Wir senken die Ölpreise und wir werden Venezuela Geld geben, das sie dringend brauchen."

Caracas: VerhÀltnis zu USA mit Makel behaftet

Die USA hatten in der Nacht auf Samstag Ziele in Venezuela angegriffen sowie Staatschef NicolĂĄs Maduro und seine Frau wegen angeblicher DrogengeschĂ€fte gefangen genommen und außer Landes gebracht. Die venezolanische Regierung verurteilte die Attacke als völkerrechtswidrige Aggression und warf Washington vor, es auf die gewaltigen BodenschĂ€tze des Landes abgesehen zu haben. Das VerhĂ€ltnis zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela sei nun mit einem Makel behaftet wie noch nie zuvor in der Geschichte, sagte RodrĂ­guez.

Die US-Regierung hatte zuvor deutlich gemacht, dass sie mit der Kontrolle ĂŒber das venezolanische ÖlgeschĂ€ft auch Druck auf die Regierung in Caracas ausĂŒben will. Die Blockade von Öltankern sei ein "enormer Hebel", um politische VerĂ€nderungen in Venezuela herbeizufĂŒhren, sagte US-Außenminister Marco Rubio.

Politische Zukunft Venezuelas weiterhin unklar

Allerdings sind die PlĂ€ne der US-Regierung zur politischen Zukunft Venezuelas unklar. Trump Ă€ußerte sich im GesprĂ€ch mit der "New York Times" beispielsweise nicht dazu, wann in Venezuela Wahlen stattfinden könnten und weshalb er sich nicht hinter die OppositionsfĂŒhrerin und NobelpreistrĂ€gerin MarĂ­a Corina Machado stellt.

Gleich nach dem US-Angriff in Caracas hatte Trump gesagt, die Vereinigten Staaten wĂŒrden Venezuela nun vorĂŒbergehend fĂŒhren. Die geschĂ€ftsfĂŒhrende PrĂ€sidentin RodrĂ­guez betont allerdings immer wieder die UnabhĂ€ngigkeit des Landes und das mĂ€chtige MilitĂ€r hat sich öffentlich hinter die neue FĂŒhrungsriege in Caracas gestellt.

Russland verurteilt "illegale Gewaltaktion" im Nordatlantik

Am Mittwoch brachten die USA wegen "VerstĂ¶ĂŸen gegen US-Sanktionen" zwei Schiffe auf, darunter einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik. Moskau bezeichnete den Einsatz als illegale Gewaltaktion. Das Vorgehen könne nur als grobe Verletzung der Grundprinzipien und Normen des internationalen Seerechts und auch der Freiheit der Schifffahrt interpretiert werden, hieß es in einer Mitteilung des russischen Außenministeriums. Die Bereitschaft Washingtons, akute internationale Krisensituationen zu provozieren, sei beunruhigend, unter anderem im Hinblick auf die ohnehin schon durch die Differenzen der vergangenen Jahre stark belasteten russisch-amerikanischen Beziehungen.

China warf den USA nach dem Einsatz im Nordatlantik WillkĂŒr vor. Die willkĂŒrliche Beschlagnahmung auslĂ€ndischer Schiffe durch die USA in internationalen GewĂ€ssern sei ein schwerwiegender Verstoß gegen das Völkerrecht, sagte Außenamtssprecherin Mao Ning in Peking. China habe sich stets gegen "illegale einseitige Sanktionen" ausgesprochen, die keine Grundlage im Völkerrecht hĂ€tten und nicht vom UN-Sicherheitsrat genehmigt worden seien, erklĂ€rte sie.

@ dpa.de

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