Versicherer kommen bei Kalifornien-BrÀnden glimpflich davon
10.01.2025 - 12:11:04Die Ratingagentur Moody's schÀtzt die versicherten SchÀden Àhnlich hoch wie bei den BrÀnden in Nordkalifornien aus dem Jahr 2017. Dies wÀren etwa 16 Milliarden US-Dollar (15,5 Mrd Euro). Die Bank Berenberg geht von noch weniger aus. Die gesamten volkswirtschaftlichen SchÀden könnten SchÀtzungen zufolge zehnmal so hoch ausfallen.
Laut einer vorlÀufigen SchÀtzung des privaten US-Wetterdienstes AccuWeather, der auch die Auswirkungen von Unwettern bemisst, könnten der Gesamtschaden und die wirtschaftlichen Verluste bei 135 bis 150 Milliarden Dollar (131 bis 146 Milliarden Euro) liegen.
Die SchĂ€tzung beinhalte unter anderem die BeschĂ€digung und Zerstörung Tausender HĂ€user sowie anderer GebĂ€ude, die SchĂ€den an Infrastruktur und die langfristigen Kosten fĂŒr den Wiederaufbau, wie es weiter hieĂ. Da die Feuer noch nicht unter Kontrolle seien, könne die Höhe der SchĂ€den noch steigen. Bei den BrĂ€nden wurden Medienberichten zufolge bislang etwa 10.000 GebĂ€ude zerstört.
Der Versicherungsexperte der Privatbank Berenberg, Michael Huttner, vergleicht die derzeitige Katastrophe mit den BrĂ€nden in Nordkalifornien von 2018. Auch diese kosteten die Versicherer ihm zufolge rund 16 Milliarden Dollar. Der weltgröĂte RĂŒckversicherer Munich Re DE0008430026 habe davon eine halbe Milliarde Euro tragen mĂŒssen, der Branchendritte Hannover RĂŒck DE0008402215 knapp 200 Millionen.
Seitdem habe sich die Politik der RĂŒckversicherer im GeschĂ€ft mit Erstversicherern jedoch geĂ€ndert, schreibt Huttner. So hĂ€tten Munich Re & Co. die Limits deutlich angehoben, ab deren Höhe sie fĂŒr SchĂ€den der Erstversicherer einspringen.
FĂŒr die derzeitigen WaldbrĂ€nde geht der Experte nun von einem geschĂ€tzten versicherten Gesamtschaden von 20 Milliarden Euro aus. Davon mĂŒssten nach seinen Berechnungen die Munich Re etwa 220 Millionen Euro, die Swiss Re CH0126881561 160 Millionen Dollar und die Hannover RĂŒck 180 Millionen Euro tragen.
Nach EinschĂ€tzung von S&P dĂŒrften die betroffenen Erst- und RĂŒckversicherer die Belastungen gut verkraften. Bei den Erstversicherern aus den USA könnten die SchĂ€den jedoch schon die Budgets aufzehren, die sie fĂŒr die Unternehmen fĂŒr die gesamten KatastrophenschĂ€den des Jahres eingeplant haben, schreibt die Ratingagentur weiter. Dies könnte sie im weiteren Jahresverlauf unter Druck setzen - besonders, wenn sich 2025 zu einem Jahr mit hohen KatastrophenschĂ€den entwickle.
FĂŒr das gerade abgelaufene Jahr 2024 gilt dies laut der Munich Re auf jeden Fall. Der RĂŒckversicherer bezifferte die volkswirtschaftlichen SchĂ€den durch Naturkatastrophen aus dem vergangenen Jahr in einer Studie vom Donnerstag auf 320 Milliarden Dollar. Davon trugen Erst- und RĂŒckversicherer 140 Milliarden Dollar. Gemessen an den versicherten SchĂ€den war 2024 demnach das drittteuerste Jahr seit 1980. Bei den GesamtschĂ€den liegt 2024 auf dem fĂŒnften Platz.
An der Börse lastete die Feuerkatastrophe vor allem auf den Kursen der Munich Re und Swiss Re. Der Munich-Re-Börsenwert sank in den vergangenen drei Tagen um knapp drei Prozent auf etwas weniger als 66 Milliarden Euro. Der Kurs der Swiss-Re-Anteile gab circa zwei Prozent nach. Die Aktien der Allianz E0008404005 und der Hannover RĂŒck reagierten dagegen bisher kaum auf die WaldbrĂ€nde.

