Ergebnisse, Produktion/Absatz

VW-Lkw-Holding Traton setzt nach Auftragsplus aufs zweite Halbjahr

28.04.2025 - 10:00:24 | dpa.de

Die VW-Nutzfahrzeugholding DE0007664039 Traton DE000TRAT0N7 geht nach einem schwachen Jahresauftakt von einer Besserung in der zweiten JahreshÀlfte aus.

Der Auftragseingang sei in den ersten drei Monaten im Jahresvergleich um 12 Prozent auf 74.300 Fahrzeuge gestiegen, teilte das Unternehmen am Montag in MĂŒnchen mit. Die Jahresprognose bestĂ€tigte Vorstandschef Christian Levin: "Trotz erheblicher Unsicherheit stimmt mich der Blick nach vorn verhalten zuversichtlich". Die Aktie legte nach Handelsbeginn an der MDax DE0008467416-Spitze deutlich zu.

Das Papier gewann fĂŒnf Prozent auf 29,36 Euro und erholte sich damit weiter von den schwachen Vorwochen. Noch Anfang MĂ€rz war die Aktie auf ein Rekordhoch bei 38,45 Euro gestiegen, dann sorgten ernĂŒchternde Eckdaten zum Quartal und die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr Gegenwind und fallende Kurse. Teils war die Aktie nur noch wenig mehr wert als 25 Euro.

Die Bestellungen blieben der Lichtblick im Zahlenwerk, schrieb Analyst Michael Aspinall von der US-Investmentbank Jefferies. Zum ersten Mal seit dem dritten Quartal 2022 hĂ€tten die AuftrĂ€ge wieder ĂŒber den VerkĂ€ufen gelegen. Der Experte verwies zudem auf ein Auftragsplus von 57 Prozent in Deutschland. FĂŒr JPMorgan-Experte Akshat Kacker blieb auch das Dienstleistungs- und WartungsgeschĂ€ft stark.

VorlĂ€ufige Zahlen zum operativen Ergebnis vor Sonderposten hatte Traton bereits vorgelegt. Es war auch wegen des schlechten Wirtschaftsumfelds in Europa und einer KundenzurĂŒckhaltung in Nordamerika von 1,11 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum auf 646 Millionen Euro abgerutscht. Der Umsatz fiel um 10 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Der Absatz war wie bereits bekannt ebenfalls um 10 Prozent zurĂŒckgegangen. Der Nettogewinn fiel um 38 Prozent auf 466 Millionen Euro.

Bei der lukrativsten Traton-Marke Scania schlug eine KaufzurĂŒckhaltung zu Buche, zudem belasteten Wechselkurseffekte stĂ€rker. Die deutsche Marke MAN konnte das schwache Wirtschaftsumfeld in Europa nicht gĂ€nzlich durch gesunkene Fixkosten kompensieren.

Der US-Anbieter International (ehemals Navistar) erlitt einen starken AbsatzrĂŒckgang wegen zurĂŒckhaltender KĂ€ufer im unsicheren Umfeld. Angesichts der US-Zölle vor allem gegen China tun sich Spediteure in den USA derzeit schwer mit KĂ€ufen, weil das Transportvolumen aus den HĂ€fen des Landes sinken könnte. Lediglich die sĂŒdamerikanische Traton-Tochter VW Truck & Bus konnte zulegen, weil es im wichtigen Transportland Brasilien besser lief.

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