Neue Warnstreiks an Unikliniken und Hochschulen in NRW
01.02.2026 - 10:24:48Februar) erneut zahlreiche Schulen, mehrere Unikliniken sowie viele Hochschulen. FĂŒr Donnerstag (5. Februar) sind weitere Arbeitsniederlegungen an Schulen geplant.
Welche Unikliniken sind betroffen?
An den sechs UniversitĂ€tskliniken in Aachen, Bonn, DĂŒsseldorf, Essen, Köln und MĂŒnster hat Verdi BeschĂ€ftigte zu Warnstreiks aufgerufen. Patienten mĂŒssen mit EinschrĂ€nkungen rechnen. Verdi hatte bei Ă€hnlichen Aktionen erklĂ€rt, dass ein Teil der Operationen entfallen könnte und mit erheblichen Auswirkungen auf die AblĂ€ufe zu rechnen sei. Mit Notdienstvereinbarungen sei gewĂ€hrleistet, dass dringliche FĂ€lle versorgt werden. Die Kliniken informieren ihre Patienten.
Gegenstand des Arbeitskampfes ist das Entgelt unter anderem fĂŒr PflegekrĂ€fte, Labormitarbeitende, Verwaltungsmitarbeitende und Servicepersonal. Die GehĂ€lter von Ărzten sind nicht Teil der Tarifverhandlungen.
Was bedeutet das fĂŒr Studierende?
Verdi rechnet wie bei frĂŒheren Streiks mit EinschrĂ€nkungen im Hochschulbetrieb. Bibliotheken könnten geschlossen bleiben, auch der Lehrbetrieb könne betroffen sein.
Worauf mĂŒssen sich Autofahrer einstellen?
An den Aktionen beteiligen sich neben BeschĂ€ftigten des öffentlichen Dienstes der LĂ€nder nach Verdi-Angaben auch Streikende der Autobahn GmbH, bei der es ebenfalls einen Tarifkonflikt gibt. GröĂere Auswirkungen auf den Autobahnverkehr werden aber nicht erwartet - Tunnelleitzentralen seien nicht betroffen. Auch fĂŒr die Tunnelleitzentrale des Landesbetriebs StraĂen.NRW in Leverkusen liegt kein Streikaufruf vor.
Die Tunnelleitzentralen mĂŒssen den Verkehr in lange Tunneln ĂŒberwachen. Bei einem Ausfall des dortigen Personals kann es grundsĂ€tzlich zu TunnelschlieĂungen kommen.
Allerdings können in einigen GroĂstĂ€dten durch Demonstrationen und Kundgebungen von Streikenden zu EinschrĂ€nkungen im StraĂenverkehr wie etwa Staus entstehen. Solche Versammlungen in der Ăffentlichkeit mit vielen Teilnehmern sind fĂŒr Mittwoch (4. Februar) von Verdi in Aachen, Bochum, Dortmund, DĂŒsseldorf, Essen, Hagen, Köln, MĂŒnster und Siegen geplant.
In welchen Regionen sind Schulen betroffen?
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat fĂŒr Mittwoch (4. Februar) zu Warnstreiks an etlichen Schulen in den Regierungsbezirken Arnsberg und DĂŒsseldorf aufgerufen. FĂŒr Donnerstag (5. Februar) plant die GEW Warnstreiks an Schulen in den Regierungsbezirken Detmold und MĂŒnster.
Welche Auswirkungen kann das haben?
Zum vorangegangenen bundesweiten "Streiktag Bildung" mit Warnstreiks in allen Regionen hatte die GEW erklÀrt, dass es auch zu UnterrichtsausfÀllen kommen könnte. Eine Notbetreuung werde in solchen FÀllen ermöglicht. Bei den Warnstreiks an den Schulen geht es nicht nur um angestellte LehrkrÀfte. Die Aktionen beziehen auch etwa SozialpÀdagogen und Schulsozialarbeiter ein. Landesweit gibt es laut Gewerkschaft rund 40.000 tarifbeschÀftigte LehrkrÀfte. Die Mehrheit der Lehrer in NRW ist verbeamtet.
Was sollten Eltern beachten?
Das Schulministerium rĂ€t Eltern, auf Informationen der Schule zu achten. Diese bemĂŒhten sich, im Rahmen der personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der SchĂŒler sicherzustellen. Verbeamtete LehrkrĂ€fte dĂŒrften sich nicht an Streiks beteiligen und stĂŒnden grundsĂ€tzlich weiter zur VerfĂŒgung.
Was ist der Hintergrund dieser Warnstreiks?
GEW und Verdi fordern fĂŒr TarifbeschĂ€ftigte der BundeslĂ€nder sieben Prozent mehr Einkommen - mindestens aber 300 Euro mehr. Von LĂ€nderseite waren die Forderungen wegen knapper LĂ€nderhaushalte bereits wiederholt als ĂŒberzogen zurĂŒckgewiesen worden. Allerdings war von Arbeitgeberseite auch Zuversicht zu hören, dass ein Abschluss im Februar zustande kommen könnte. Die dritte Verhandlungsrunde ist fĂŒr den 11. und 12. Februar in Potsdam geplant.

