Spanien sperrt Basen fĂŒr US-MilitĂ€r und löst Unmut aus
03.03.2026 - 11:53:11 | dpa.deScharfe Kritik kam aus den USA und Israel. "Die derzeitige Regierung in Spanien entwickelt sich offenbar zum Paradebeispiel einer jĂ€mmerlich schwachen europĂ€ischen FĂŒhrung, die moralisch vom Weg abgekommen ist", schrieb der einflussreiche republikanische US-Senator Lindsey Graham auf X.
Graham reagierte damit auf die Entscheidung der linksgerichteten Regierung von MinisterprĂ€sident Pedro SĂĄnchez, den USA die Nutzung der MilitĂ€rbasen Rota und MorĂłn in Andalusien fĂŒr die Angriffe auf den Iran zu untersagen. Die Geschichte werde daran erinnern, wo Spanien gestanden habe, als die USA und andere versucht hĂ€tten, "das blutrĂŒnstigste Regime seit dem Zweiten Weltkrieg zu stĂŒrzen", so der enge UnterstĂŒtzer von US-PrĂ€sident Donald Trump.
Israels AuĂenminister Gideon Saar schrieb auf X: "Zuerst dankte die Hamas SĂĄnchez. Dann dankten die Huthi SĂĄnchez. Jetzt dankt der Iran SĂĄnchez. Soll das etwa das sein, was man "auf der richtigen Seite der Geschichte stehen" nennt?"
Die Basen im SĂŒden des Landes werden seit Jahrzehnten gemeinsam von Spanien und den USA genutzt. Man stelle diese StĂŒtzpunkte fĂŒr die aktuellen SchlĂ€ge gegen den Iran "auf keinen Fall" zur VerfĂŒgung und werde das auch in Zukunft nicht tun, sagte Verteidigungsministerin Margarita Robles.
"Es stimmt, dass es ein Abkommen mit den USA gibt. Aber wir sind der Auffassung, dass dieses Abkommen im Rahmen der internationalen Rechtsordnung angewendet werden muss", betonte Robles vor Journalisten. "Derzeit fĂŒhren die StreitkrĂ€fte Israels und der USA Operationen durch, die einseitig erfolgen und nicht durch eine internationale Resolution gedeckt sind."
Eine "Schande", meint die konservative Opposition in Madrid
"Nur durch Deeskalation, Diplomatie und Dialog kann im Nahen Osten ein gerechter und dauerhafter Frieden erreicht werden. Krieg und Gewalt dĂŒrfen nicht als Mittel zur Konfliktlösung normalisiert werden", schrieb der spanische AuĂenminister JosĂ© Manuel Albares auf X. Spanien fordere die Achtung des Völkerrechts.
Wegen des "Neins" aus Madrid haben die USA nach Angaben der spanischen Regierung zahlreiche in Spanien stationierte Tankflugzeuge bereits in andere LĂ€nder verlegt, darunter auf die Ramstein Air Base westlich von Kaiserslautern.
Kritik an der Position von Madrid gibt es auch innerhalb Spaniens. Es sei eine "Schande", dass die spanische Regierung vom Iran gelobt werde, kritisierte Ester Muñoz, die Fraktionssprecherin der konservativen Volkspartei PP von OppositionsfĂŒhrer Alberto NĂșñez FeijĂło. Die Botschaft des Irans in der spanischen Hauptstadt hatte die Weigerung der SĂĄnchez-Regierung begrĂŒĂt.
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