Warum Donald Trump der BBC mit einer Milliardenklage droht
11.11.2025 - 06:35:02 | dpa.deNach zwei RĂŒcktritten in der FĂŒhrungsriege sieht sie sich nun auch mit einer Drohung des US-PrĂ€sidenten konfrontiert. In einem Brief an die BBC, ĂŒber den die Rundfunkanstalt selbst und mehrere US-Medien am Montag berichteten, stellen die AnwĂ€lte Donald Trumps mehrere Forderungen, denen die BBC bis Freitag nachkommen mĂŒsse. Sollte das nicht geschehen, könnte es teuer werden. Ein Ăberblick.
Wieso wird die BBC so scharf kritisiert?
Hintergrund ist unter anderem die Bearbeitung einer Rede von US-PrĂ€sident Donald Trump fĂŒr die Sendung "Panorama". Die Zeitung "The Telegraph" hatte in diesem Zusammenhang ĂŒber ein internes Memo berichtet. Darin wurden Bedenken hinsichtlich der Unparteilichkeit bei der Berichterstattung der BBC geĂ€uĂert.
Konkret geht es bei der Trump-Rede vom 6. Januar 2021 darum, dass es durch den Zusammenschnitt so wirkt, als hĂ€tte der US-PrĂ€sident gesagt, er werde gemeinsam mit seinen AnhĂ€ngern zum Kapitol gehen und bis zum ĂuĂersten kĂ€mpfen. Am Tag dieser Rede hatten AnhĂ€nger von Trump den Parlamentssitz in Washington gewaltsam gestĂŒrmt. Ausgestrahlt worden war die BBC-Doku ("Trump: A Second Chance?") im November 2024 vor der US-Wahl, die Trump gewann.
Unter anderem vor dem Hintergrund der Bearbeitung dieser Rede gab BBC-Senderchef Tim Davie am Sonntag seinen RĂŒcktritt bekannt. Auch die fĂŒr die BBC-Nachrichten verantwortliche Deborah Turness gibt ihren Posten ab. Am Montag entschuldigte sich zudem BBC-Aufsichtsratschef Samir Shah in einem Schreiben. Darin hieĂ es, "die Art und Weise, wie die Rede bearbeitet wurde", habe "den Eindruck eines direkten Aufrufs zu gewaltsamen Handlungen erweckt".
Was fordern Trumps AnwÀlte?
Dem US-PrĂ€sidenten dĂŒrfte diese Einsicht der BBC nicht reichen. In dem Schreiben an die BBC wird den Berichten zufolge gefordert, dass die Rundfunkanstalt die Dokumentation und alle "falschen, verleumderischen" Aussagen ĂŒber Trump bis zum Freitag (14. November) zurĂŒcknimmt. Zudem wird eine Entschuldigung und EntschĂ€digung Trumps gefordert.
Kommt die BBC den Forderungen nicht nach, droht den Angaben nach eine Klage in Höhe von "mindestens" einer Milliarde US-Dollar (umgerechnet etwa mehr als 860 Millionen Euro).
In der Vergangenheit hatte der US-PrÀsident bereits mehrfach gegen Medienunternehmen in den USA geklagt. Kritiker sehen darin hÀufig auch einen Angriff auf die Pressefreiheit.
Was bedeutet das fĂŒr die BBC?
Auch in GroĂbritannien wird die BBC nach dem internen Beben von vielen Seiten kritisiert. Brexit-VorkĂ€mpfer Nigel Farage unterstellte ihr etwa, seit Jahrzehnten voreingenommen zu berichten. Die Labour-Regierung stĂ€rkte der vor 103 Jahren gegrĂŒndeten Rundfunkanstalt hingegen den RĂŒcken. Die BBC sei weder korrupt noch voreingenommen, hieĂ es am Montag aus der Downing Street.
Am heutigen Dienstag will der scheidende Senderchef Davie in einer Telefonkonferenz zu allen BBC-Mitarbeitern sprechen, wie die Rundfunkanstalt berichtet. Nach dem RĂŒcktritt von Turness ĂŒbernimmt den Angaben nach vorĂŒbergehend der stellvertretende BBC-Nachrichtenchef, Jonathan Munro, die Verantwortung fĂŒr redaktionelle Entscheidungen.
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