Produktion/Absatz, Zusammenfassung

Energiewende wichtiger als Wettbewerb der HĂ€fen

08.10.2024 - 16:47:38

Die Welthafenkonferenz in Hamburg zeigt: Der Energiewende können sich die HÀfen der Welt nicht entziehen.

Der PrĂ€sident des Welthafenverbands IAPH, Jens Meier, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wenn wir die globalen Ziele zur Dekarbonisierung erreichen wollen, mĂŒssen wir den Wettbewerb zwischen den Standorten ausblenden."

Auf der BĂŒhne in Hamburg sagte Meier, die Ziele der HĂ€fen hĂ€tten sich verĂ€ndert. Sie seien nicht lĂ€nger bloße UmschlagplĂ€tze. "Wir sind zu Innovationszentren, Nachhaltigkeitslabors und LeuchttĂŒrmen geworden, die den Weg in eine effizientere, umweltfreundlichere und bewusstere Zukunft weisen." Meier ist seit 2008 GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Hamburger Hafenverwaltung HPA und seit 2023 PrĂ€sident des IAPH.

Transformation zu mehr Nachhaltigkeit

Zu Beginn der internationalen Veranstaltung sprachen sich Vertreter der maritimen Branche dafĂŒr aus, dass der Welthafenverband und seine Mitglieder sich fĂŒr die Transformation zu mehr Nachhaltigkeit einsetzen sollen.

Deutlich Ă€ußerte sich in Hamburg Arsenio Dominguez, der Chef der internationalen Schifffahrtsorganisation IMO, einer Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit mehr als 170 Staaten. Dominguez sagte: "Damit wir dekarbonisieren können, brauchen wir auch die HĂ€fen, die diese Lösungen anbieten." Als Stichwort nannte er unter anderem die Elektrifizierung.

Die Welthafenkonferenz, die von Dienstag bis Donnerstag dauert, wird zum dritten Mal in Hamburg veranstaltet. Zuvor wurde sie 1985 und 2015 in der Stadt ausgetragen.

Hamburger Reeder spricht Hafenverband an

HĂ€fen und Schifffahrt sind nicht trennbar. Auf der BĂŒhne waren deshalb auch nicht allein Vertreter der Hafenwirtschaft zu sehen, sondern auch die der Schifffahrt wie der Hamburger Reeder, Nikolaus H. SchĂŒes, und der Chef der Schweizer Großreederei Mediterranean Shipping Company, SĂžren Toft.

In Hamburg wurde deshalb ĂŒber zurĂŒckliegende IMO-Verhandlungen zu Klimaschutzmaßnahmen in der internationalen Schifffahrt gesprochen. Zur Debatte steht unter anderem eine globale CO2-Bepreisung. Dominguez sagte ĂŒber die Verhandlungen, es seien Fortschritte erzielt worden. Die IMO will, dass die internationale Schifffahrt bis etwa 2050 klimaneutral ist.

SchĂŒes nahm die Debatte ĂŒber die IMO-Verhandlungen zum Anlass, um ĂŒber die Rolle der HĂ€fen zu sprechen. SchĂŒes, der auch Chef des internationalen Schifffahrtsverbands Bimco ist, sagte, der Welthafenverband mĂŒsse daran arbeiten, Teil der internationalen Gruppe zu werden, die sich eine globale Regulierung einsetze. Es herrsche Optimismus in der Branche und das sei eine Chance, wirklich etwas zu verĂ€ndern.

MSC-Chef hofft auf ein, zwei Treibstoffe

HĂ€fen spielen bei der Dekarbonisierung der Schifffahrt eine wichtige Rolle. Konkret Ă€ußerte sich Reedereichef Toft zur Debatte ĂŒber alternative Schiffstreibstoffe. Hintergrund ist, dass derzeit noch unklar ist, welche Treibstoffe Schweröl und Diesel ersetzen werden. Infrage kommen unter anderem Wasserstoff, Methanol und Ammoniak.

"Ich persönlich glaube nicht, dass vier oder fĂŒnf Treibstoffe die richtige Lösung sind, denn es ist nicht sehr klimafreundlich, vier oder fĂŒnf verschiedene Tankstellen in jedem Ihrer HĂ€fen zu haben", sagte Toft. Er hoffe, dass man sich auf ein oder zwei Treibstoffe einigen werde.

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