Ergebnisse, Produktion/Absatz

EY-Analyse: Autobauer legen bei Umsatz und Gewinn deutlich zu

23.11.2023 - 05:52:13

Die weltweit fĂŒhrenden Autobauer haben zuletzt ihre UmsĂ€tze und Gewinne krĂ€ftig gesteigert.

Im dritten Quartal des Jahres stiegen die UmsĂ€tze der 16 grĂ¶ĂŸten Autokonzerne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 504 Milliarden Euro, die Gewinne vor Zinsen und Steuern (Ebit) legten um 35 Prozent auf 39 Milliarden Euro zu, wie aus einer Analyse des PrĂŒfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young (EY) hervorgeht. Ein wichtiger Grund waren laut EY WĂ€hrungseffekte in Japan, wo der schwache Yen den japanischen Autobauern ein Gewinnplus von 103 Prozent bescherte.

Mercedes-Benz DE0007100000 bei ProfitabilitÀt vorne

Die ProfitabilitÀt - gemessen an der Ebit-Marge, die das operative Ergebnis ins VerhÀltnis zum Umsatz setzt - legte von 7,2 auf 8,6 Prozent leicht zu. Am profitabelsten ist demnach der deutsche Autobauer Mercedes-Benz mit einer Marge von 13 Prozent. Gefolgt von Toyota JP3633400001 mit 12,6 Prozent und BMW DE0005190003 (11,3 Prozent). Volkswagen DE0007664039 landete mit 6,2 Prozent auf den hinteren PlÀtzen.

Dennoch laufe es fĂŒr die weltweite Autoindustrie lĂ€ngst nicht mehr rund, sagte der Autoexperte und Leiter der MobilitĂ€tssparte Westeuropa bei EY, Constantin Gall: "Das kommende Jahr wird deutlich herausfordernder." Die Nachfrage nach Neuwagen schwĂ€chele, der Hochlauf der ElektromobilitĂ€t stocke, der Preisdruck nehme zu. Probleme bei EinfĂŒhrung neuer Modelle belasteten die ProfitabilitĂ€t, weil der Umsatz fehle und Entwicklungskosten höher als geplant seien.

"Inzwischen regiert wieder der Rotstift"

Immer mehr Hersteller reagieren dem Experten zufolge mit Rabatten, gĂŒnstigen Finanzierungsangeboten und Sondermodellen. Das belaste aber oft die Marge. Entsprechend wollen laut Gall viele Konzerne ihre Kosten senken. "Inzwischen regiert wieder der Rotstift, denn viele Autokonzerne leiden unter einer ĂŒberbordenden internen BĂŒrokratie und zu komplexen AblĂ€ufen - was hohe Summen verschlingt und die WettbewerbsfĂ€higkeit beeintrĂ€chtigt", sagte Gall.

Der Umstieg auf die ElektromobilitĂ€t werde fĂŒr die Branche zur entscheidenden BewĂ€hrungsprobe. "Aktuell nehmen allerdings die Sorgen zu, dass die Kunden den ambitionierten Umbau der MobilitĂ€t hin zu ElektromobilitĂ€t nicht mitgehen", sagte der EY-Experte. Der Markt werde zwar mit neuen E-Autos geflutet, doch die Kunden zeigten sich zurĂŒckhaltender als erwartet.

@ dpa.de | DE0005190003 ERGEBNISSE