Klimawandel beeintrÀchtigt Weinproduktion zunehmend
29.11.2024 - 20:03:19 | dpa.deWie die Internationale Organisation fĂŒr Rebe und Wein (OIV) am Freitag im französischen Dijon mitteilte, wird in der EU ein Produktionsvolumen erwartet, das elf Prozent unter dem FĂŒnfjahresschnitt liegt. Fast alle LĂ€nder verzeichneten unterdurchschnittliche Erntemengen.
In Deutschland, dem viertgröĂten europĂ€ischen Erzeugerland, rechnen die Fachleute mit einem Erntevolumen, das um sechs Prozent unter dem des Vorjahres und um fĂŒnf Prozent unter dem Schnitt der vergangenen fĂŒnf Jahre liegt. SpĂ€ter Frost im FrĂŒhjahr und viel Regen im Sommer beeintrĂ€chtigten die ErtrĂ€ge.
Fast ein Viertel weniger Wein in Frankreich
Italien löst Frankreich nach der SchĂ€tzung wieder als das Land mit der höchsten Weinproduktion in der EU ab und verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr einen Zuwachs bei der Erzeugung, wĂ€hrend diese in Frankreich um knapp ein Viertel einbricht. Zwar trĂŒbte schlechtes Wetter auch die ErtrĂ€ge etlicher italienischer Winzer. Schlimmer traf es aber Frankreich, wo starker Regen, StĂŒrme und Krankheitsbefall der Reben die Produktion bremste.
AuĂerdem wurden in Frankreich zur Verhinderung einer weiteren Ăberproduktion etliche Weinberge stillgelegt, was sich ebenfalls in den Ertragszahlen widerspiegelt. Die geringere französische Produktion beeinflusst auch das weltweite Weinangebot erheblich, teilte die OIV mit.
Die Winzer in Spanien, dem drittgröĂten Weinerzeuger in der EU, können sich ĂŒber einen krĂ€ftigen Ertragszuwachs im Vergleich zum wegen groĂer Trockenheit schlechten Vorjahr freuen. Wassermangel macht den Weinbauern dort aber weiter zu schaffen.
Weinbau zunehmend anfĂ€llig fĂŒr Klimaschwankungen
Wie schon im vergangenen Jahr hĂ€tten extreme oder atypische Wetterereignisse den gröĂten Einfluss auf die weltweite Weinerzeugung, wobei frĂŒhe Fröste, starke RegenfĂ€lle und langanhaltende Trockenheit die ProduktivitĂ€t der Weinberge dramatisch beeintrĂ€chtigen, teilte der Branchenverband mit. Dies unterstreiche die zunehmende AnfĂ€lligkeit der Weinindustrie fĂŒr Klimaschwankungen und verdeutliche den dringenden Bedarf an Anpassungsstrategien und widerstandsfĂ€higen Weinbaupraktiken angesichts der zunehmenden Umweltunsicherheiten.
Gleichzeitig könnte ein zweites Jahr in Folge mit einer geringeren Produktion vor dem Hintergrund eines weltweit rĂŒcklĂ€ufigen Verbrauchs und hoher LagerbestĂ€nde zu einem Marktgleichgewicht beitragen, das die unmittelbaren wirtschaftlichen Auswirkungen des ProduktionsrĂŒckgangs fĂŒr einige Regionen oder Erzeuger abschwĂ€che, hieĂ es.
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