Aktien, Asien

Aktien Asien: Kursfeuerwerk in Japan mit Nikkei-Rekord nach Takaichi-Wahl

06.10.2025 - 09:08:31

Die wichtigsten AktienmĂ€rkte in Fernost haben zu Beginn der neuen Börsenwoche an ihre uneinheitliche Tendenz vom Freitag angeknĂŒpft.

Dabei nahm die jĂŒngste Börsenparty in Japan deutlich Fahrt auf, wĂ€hrend die HandelsplĂ€tze in Hongkong und Australien etwas nachgaben. Die Börsen auf dem chinesischen Festland blieben - wie schon in der Vorwoche - feiertagsbedingt geschlossen.

Auslöser der Kursrally in Japan war die ĂŒberraschende Wahl der ehemaligen Innenministerin Sanae Takaichi zur Vorsitzenden der regierenden Liberaldemokratischen Partei (LDP) am Wochenende. Die 64-JĂ€hrige wird damit nun wahrscheinlich nĂ€chste MinisterprĂ€sidentin Japans. Es wird erwartet, dass ĂŒber den Posten am 15. Oktober entschieden wird.

Der Tokioter Leitindex Nikkei 225 JP9010C00002 XC0009692440 kletterte im Handelsverlauf um mehr als 5 Prozent auf ein Rekordhoch von 48.150 Punkten und schloss mit einem Plus von 4,8 Prozent bei 47.945 ZÀhlern. Damit baute Asiens wichtigstes Börsenbarometer den Jahresgewinn auf gut 20 Prozent aus.

Deutliche Verluste musste dagegen der japanische Yen hinnehmen, der im Vergleich zum Euro auf ein Rekordtief absackte. Experten gehen davon aus, dass Takaichi bald konjunkturstĂŒtzende Maßnahmen ergreifen wird. Laut Commerzbank-Expertin Thu Lan Nguyen hat Takaichi eine AffinitĂ€t zur sogenannten Abenomics, also der ultra-expansiven Fiskal- und Geldpolitik des ehemaligen Premierministers Shinzo Abe. Das erklĂ€re auch die Abwertung des Yen.

"Wie es fĂŒr die japanische WĂ€hrung weitergeht, hĂ€ngt nun aber maßgeblich davon ab, wie stark Takaichi Abenomics nachahmen wird", so Nguyen. Da die Regierungskoalition nicht mehr die absolute Mehrheit in beiden HĂ€usern des Parlaments innehalte, erscheine es zweifelhaft, dass die neue Regierung eine Ă€hnlich aggressive Politik verfolgen könne. "So hatte sich Takaichi in einigen Punkten, etwa der Geldpolitik, im Wahlkampf bereits zurĂŒckhaltender geĂ€ußert als etwa vor einem Jahr - wohl wissend, dass sie den Koalitionspartner der LDP wie auch Oppositionsparteien nicht vergraulen darf, da sie auf deren UnterstĂŒtzung fĂŒr ihre politischen Vorhaben angewiesen ist."

Der australische S&P/ASX 200 XC0006013624 sank am Montag um 0,1 Prozent auf 8.981 Punkte. In der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong bĂŒĂŸte der Hang Seng HK0000004322 zuletzt 0,6 Prozent auf 26.978 Punkte ein.

@ dpa.de