Aktien Asien / Pazifik: Technologiewerte ziehen MĂ€rkte nach unten
16.04.2025 - 09:02:22Damit endete die jĂŒngste Erholung zumindest vorerst. Technologiewerte belasten mit ĂŒberdurchschnittlichen Verlusten.
Die MĂ€rkte reagierten auf ernĂŒchternde Signale im Handelsstreit. So bleibt US-PrĂ€sident Donald Trump im Zollstreit mit China hart. "Der Ball liegt bei China. China muss ein Abkommen mit uns schlieĂen. Wir mĂŒssen keinen Deal mit denen machen", zitierte die Sprecherin Karoline Leavitt aus einer ErklĂ€rung des PrĂ€sidenten.
Hinzu kamen ungĂŒnstige Nachrichten von Nvidia US67066G1040. Mit verschĂ€rften EinschrĂ€nkungen fĂŒr Lieferungen von KI-Chips nach China beschert die US-Regierung dem Halbleiter-Unternehmen EinbuĂen in Milliardenhöhe. Der Konzern werde eine Belastung von 5,5 Milliarden Dollar im Zusammenhang mit LagerbestĂ€nden und Kaufzusagen verbuchen, hatte Nvidia mitgeteilt.
Schon unter dem vorherigen PrĂ€sidenten Joe Biden schufen die USA HĂŒrden fĂŒr den Verkauf der modernsten Hochleistungschips nach China. Nvidia konnte deswegen an chinesische Unternehmen nur eine abgespeckte und langsamere Version mit dem Namen H20 liefern. Doch selbst diese Chipsysteme fallen nun angesichts der Handelspolitik von Bidens Nachfolger Donald Trump unter ExportbeschrĂ€nkungen, wie Nvidia mitteilte.
Angesichts dieser Nachrichten verblassten gĂŒnstige Konjunkturdaten aus China, zumal diese sich auf einen Zeitraum vor der Eskalation des Zollstreits bezogen. Die Wirtschaft des Landes hatte im ersten Quartal dieses Jahres etwas stĂ€rker als erwartet zugelegt. Wie das Statistikamt in Peking mitteilte, lag das vorlĂ€ufige Wachstum bei 5,4 Prozent im Vergleich zum selben Vorjahreszeitraum. Analysten hatten mit einem Wachstum von rund 5,2 Prozent gerechnet. Damit ist China solide in das Wirtschaftsjahr gestartet. Peking hat sich fĂŒr 2025 wieder ein ambitioniertes Wachstumsziel von rund fĂŒnf Prozent gesetzt.
Stratege Stephen Innes vom Vermögensverwalter SPI Asset Management Ă€uĂerte sich skeptisch zu den weiteren Aussichten Chinas. Neben dem Zollstreit verwies er auf dem Umstand, dass die Abnehmer in aller Welt derzeit nicht bereit seien, das Problem der ĂberkapazitĂ€ten der chinesischen Industrie durch erhöhte Nachfrage zu lösen. In den kommenden Quartalen sei mit einem Wachstum deutlich unter den angestrebten fĂŒnf Prozent zu rechnen. Darauf deuteten Prognosen hin.
Der 225 Werte umfassende japanische Leitindex Nikkei-Index XC0009692440JP9010C00002 sank um 1,01 Prozent auf 33.920,40 Punkte. Noch deutlicher ging es an technologielastigen Börsen wie SĂŒdkorea und Taiwan nach unten. Dabei belasteten auch die enttĂ€uschenden Angaben des HalbleiterausrĂŒsters ASML NL0010273215 zur Auftragsentwicklung.
Unter Druck standen zudem die Technologiewerte in Hongkong. Der Hang-Seng-Index HK0000004322 der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong verlor zuletzt 2,39 Prozent auf 20.953,71 Punkte. Etwas besser hielt sich der CSI-300-Index CNM0000001Y0 mit den wichtigsten chinesischen Festlandaktien, der um 0,6 Prozent auf 3.738,55 Punkte sank.
Vergleichsweise gut kamen dagegen australische Aktien weg. Der Leitindex S&P/ASX 200 XC0006013624 schloss nahezu unverÀndert.

