Aktien, Wien

Aktien Wien Schluss: ATX gewinnt

17.03.2026 - 18:31:00 | dpa.de

Die Wiener Börse hat den Dienstag mit einem Gewinn beendet.

Grund war vor allem weiterhin der Krieg der USA und Israels gegen den Iran und die damit zusammenhĂ€ngenden Unsicherheiten am Ölmarkt. Der österreichische Leitindex ATX AT0000999982 legte zum Handelsschluss 0,85 Prozent auf 5.343,35 Punkte zu. Auch die wichtigsten europĂ€ischen Börsen schlossen mehrheitlich mit einem Plus.

Die Sorge um steigende Ölpreise treibt weiter die internationalen MĂ€rkte um. Zuletzt hat der Iran seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf verstĂ€rkt. Die Angriffe Teherans intensivieren sich zu einem Zeitpunkt, an dem sich Sorgen vor Öl-LieferengpĂ€ssen und Inflationsgefahren verstĂ€rken.

Der internationale Blick ist außerdem bereits auf die großen Zentralbanken gerichtet. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch ĂŒber ihren Leitzins, die EZB am Donnerstag, und auch in Großbritannien und Japan wird in dieser Woche ĂŒber die Leitzinsen entschieden. Am Markt gilt es als ausgemacht, dass die amerikanischen WĂ€hrungshĂŒter den Leitzins auf ihrer morgigen Sitzung nicht Ă€ndern werden. Angesichts der kriegsbedingten Unsicherheit trĂ€ten die jĂŒngsten Konjunkturdaten wie etwa zur Inflationsentwicklung in den Hintergrund, schrieb Naomi Fink, Chief Global Strategist von Amova Asset Management.

In Deutschland sind zudem die Konjunkturerwartungen eingebrochen. Das Stimmungsbarometer des deutschen Forschungsinstituts ZEW fiel gegenĂŒber dem Vormonat um 58,8 Punkte auf minus 0,5 Punkte, wie das Zentrum fĂŒr EuropĂ€ische Wirtschaftsforschung mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt einen weniger deutlichen RĂŒckgang auf plus 39,2 Punkte erwartet.

"Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Energiepreise massiv nach oben und sorgt fĂŒr steigenden Inflationsdruck", kommentierte ZEW-PrĂ€sident Achim Wambach. Die Finanzmarktexperten seien skeptisch, dass es zu einem schnellen Ende des Konflikts kommen werde.

In Österreich gab der Kartonhersteller Mayr-Melnhof AT0000938204 ein Umsatz- und Gewinnminus fĂŒr 20025 bekannt. DafĂŒr verantwortlich seien eine schwache Konsumnachfrage und ÜberkapazitĂ€ten in Europa. Die Dividende fĂŒr das GeschĂ€ftsjahr soll trotzdem auf 2,0 Euro je Aktie angehoben werden. FĂŒr das GeschĂ€ftsjahr 2024 wurde eine Dividende von 1,80 Euro ausgeschĂŒttet.

Der UmsatzrĂŒckgang spiegle die anhaltende SchwĂ€che und geplante WartungsstillstĂ€nde im Bereich Board & Paper sowie die Entkonsolidierung von TANN im Segment Food & Premium wider, schreiben die Analysten der Erste Research in einem Kommentar. Positiv erwĂ€hnten sie, dass das Unternehmen sein Fit for Future (FFF)-Ziel bis 2027 auf 250 Millionen Euro (zuvor 150 Millionen Euro) angehoben hat, wovon im GeschĂ€ftsjahr 2025 bereits rund 70 Millionen Euro realisiert wurden.

Restrukturierungskosten in Höhe von 29 Millionen Euro wĂŒrden jedoch den Nettogewinn schmĂ€lern, sodass das bereinigte operative Ergebnis (Ebidta) im GeschĂ€ftsjahr 2025 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend unverĂ€ndert blieb. Erste Research bestĂ€tigen die Empfehlung "Hold" und das Kursziel von 95,50 Euro. Mayr-Melnhof gaben zum Tagesschluss 3,3 Prozent ab. Damit waren sie Schlusslicht im ATX Prime-Segment.

Die Analysten der britischen Bank Barclays hoben ihr Kursziel fĂŒr die Aktien der OMV AT0000743059 von 47 auf 52 Euro. Die Empfehlung "Underweight" fĂŒr die Papiere des Öl-, Gas- und Chemieunternehmens wurde gleichzeitig unverĂ€ndert belassen. Die OMV-Aktie erscheint laut Barclays-EinschĂ€tzung im Vergleich zu den Branchenkollegen teuer, was durch eine niedrigere Cash-Rendite, vergleichsweise schwĂ€chere ESG-Kennzahlen und eine geringere finanzielle Dynamik als bei Wettbewerbern verstĂ€rkt werde. Aufgrund des höheren Engagements im Chemiesektor dĂŒrfte das Unternehmen jedoch weniger anfĂ€llig fĂŒr Ölpreisschwankungen sein. Die schwergewichteten OMV-Anteile legten heute 1,59 Prozent auf 60,75 Euro zu.

Der oberösterreichische Luftfahrtzulieferer FACC AT00000FACC2 gab bekannt, ein neues Werk am Standort in St. Martin im Innkreis (Bezirk Ried) zu errichten. Bis zu 300 neue ArbeitsplÀtze sollen dort entstehen. Insgesamt will das Unternehmen bis 2030 rund 350 Millionen Euro weltweit in neue Technologien und den Ausbau der Standorte investieren. Auf Basis aktueller Marktprognosen stellte FACC bis 2030 weiteres Wachstum in Aussicht. FACC gewannen starke 4,0 Prozent. Damit war das Papier die Nummer eins im ATX Prime-Segment.

Gut performten auch Vienna Insurance AT0000908504, die 3,9 Prozent gewannen. Semperit AT0000785555 gewannen 3,5 Prozent. Am anderen Ende fanden sich neben Mayr-Melnhof Polytec AT0000A00XX9 mit minus 2,3 Prozent und der Flughafen Wien AT00000VIE62 mit minus 1,92 Prozent.

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