Energieverband, Reiche-PlÀne

Energieverband: Reiche-PlĂ€ne verstoßen gegen Europarecht

18.02.2026 - 14:00:07 | dpa.de

Die Windenergie-Branche macht Front gegen ReformplÀne von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zum Ausbau der erneuerbaren Energien.

VorschlĂ€ge des Ministeriums sorgten fĂŒr extreme Verunsicherung in der Branche und wĂŒrden in vielen Gebieten einen Investitions- und Zubaustopp auslösen, kritisiert der Bundesverband Windenergie (BWE). Der Kern eines geplanten "Netzpakets" verstoße gegen Europarecht. Das sei das Ergebnis eines Gutachtens einer Rechtsanwaltskanzlei im Auftrag des Verbands.

BWE-PrÀsidentin BÀrbel Heidebroek warnte vor einem "europarechtlichen Debakel", es könne zu einer "Maut 2.0" kommen. Das zielt auf die Pkw-Maut. Dieses CSU-Prestigeprojekt in der damaligen Bundesregierung war im Juni 2019 vom EuropÀischen Gerichtshof als rechtswidrig gestoppt worden.

"Redispatchvorbehalt":

Reiche strebt an, den Zubau von Wind- und Solaranlagen besser an den hinterherhinkenden Netzausbau anzupassen und Kosten zu senken. Teure "Abregelungen" sollen vermieden werden. In der vergangenen Woche war ein Gesetzentwurf des Ministeriums bekanntgeworden, der sich allerdings noch nicht in der regierungsinternen Abstimmung befindet.

In der Kritik steht vor allem ein im Entwurf genannter "Redispatchvorbehalt": Demnach sollen Gebiete, in denen eine Abregelung erneuerbarer Energien im Vorjahr ĂŒber drei Prozent lag, fĂŒr bis zu zehn Jahre als "kapazitĂ€tslimitiert" ausgewiesen werden können. Neue WindrĂ€der oder Solaranlagen sollen Betreiber in diesen Gebieten nur errichten dĂŒrfen, wenn sie fĂŒr zehn Jahre auf EntschĂ€digungen bei einer Abregelung verzichten. EnergieverbĂ€nde kritisieren, damit wĂŒrde der Einspeise- und Anschlussvorrang fĂŒr erneuerbare Energien faktisch aufgehoben. Heidebroek sagte, von der 3-Prozent-Regelung wĂ€ren große Teile des Bundesgebiets betroffen.

Nach dem Gutachten wĂŒrde der Redispatchvorbehalt gegen europarechtliche Vorgaben verstoßen. Die angedachten Regelungen wĂŒrden den Netzzugang entgegen der ElektrizitĂ€tsbinnenmarkt-Richtlinie einschrĂ€nken. Zudem lĂ€gen Voraussetzungen, unter denen der Anspruch auf eine EntschĂ€digung bei Redispatch ausgeschlossen werden könne, nicht vor.

Teure NetzengpÀsse

Um NetzengpĂ€sse zu vermeiden, kommt es immer wieder zur Abregelung von Wind- und Solaranlagen, deren Leistung gedrosselt oder abgeschaltet wird. Die Eingriffe werden Redispatch genannt. Werden Anlagen abgeregelt, stehen den Betreibern EntschĂ€digungen zu. Umgekehrt werden Kraftwerksbetreiber fĂŒr den zusĂ€tzlichen Einsatz ihrer Anlagen bezahlt - das kostet jedes Jahr Milliarden.

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