Cyberumfrage: Mehr Attacken auf Firmen - eigene Belegschaft ein Risiko
24.10.2024 - 06:23:01Demnach meldeten ĂŒber zwei Drittel (67 Prozent) der befragten 2150 FĂŒhrungskrĂ€fte aus den USA, Deutschland und sechs weiteren europĂ€ischen LĂ€ndern eine gestiegene Zahl von Angriffen in den vergangenen zwölf Monaten, wie der britische Versicherer Hiscox BMG4593F1389 berichtet. In Deutschland fiel das Ergebnis mit 60 Prozent etwas niedriger aus.
GefÀlschte Mail vom Chef - TÀter manipulieren Angestellte
"Cyberangriff" umfasst in der Definition der Umfrage ein weites Spektrum von bösartigen Phishing-Mails ĂŒber die Blockade von Firmennetzwerken durch Erpressungs-Software ("Ransomware") bis zur Umleitung von Firmengeldern auf Hacker-Konten. HĂ€ufigstes Einfallstor fĂŒr Hacker sind demnach Schwachstellen beim Zugriff auf Cloud-Server. An zweiter Stelle der Risiken stehen bereits die eigenen Angestellten eines Unternehmens - etwa, wenn diese auf Phishing-Mails hereinfallen. Die Gefahr droht also keineswegs nur von kriminellen Hackern in fernen LĂ€ndern: 42 Prozent der Befragten betrachten demnach Mitarbeiter, Subunternehmer oder GeschĂ€ftspartner als Risiko.
Dazu trĂ€gt "Social Engineering" bei: "Das heiĂt die Manipulation von Mitarbeitern, um an sensible Unternehmensdaten zu kommen", sagte Gisa Kimmerle, die Leiterin des CyberversicherungsgeschĂ€fts bei Hiscox Deutschland. Eine ĂŒbliche Methode ist eine unter der Formel "fake president" bekannte Masche: Hacker geben sich als Vorgesetzte aus und veranlassen Zahlungen auf eigene Konten.
Zahlungsmittelbetrug nimmt zu
58 Prozent der befragten Firmen meldeten durch Zahlungsmittelbetrug verursachte finanzielle SchĂ€den, das ist laut Umfrage mittlerweile die hĂ€ufigste Schadensform. Ein nach wie vor gĂ€ngiges kriminelles GeschĂ€ftsmodell ist nach Worten Kimmerles aber auch die Online-Erpressung. Die TĂ€ter verschlĂŒsseln Firmennetzwerke und fordern Lösegeld fĂŒr die Freigabe.
Auf Erpressung eingehen lohnt sich nicht
"Ransomware ist immer noch eine der Top-Bedrohungen", sagte sie Managerin. Firmen, die nachgeben und zahlen, erhalten nach Worten der Versicherungsmanagerin trotzdem hĂ€ufig nicht den unbeschrĂ€nkten Zugriff auf ihre Systeme zurĂŒck - ganz abgesehen davon, dass diese nach einem erfolgreichen Angriff ohnehin vollstĂ€ndig neu installiert werden sollten. "Lösegeldzahlungen lohnen sich in den meisten FĂ€llen nicht", sagte Kimmerle.
Die Londoner Unternehmensberatung Man Bites Dog befragte im September im Auftrag des Versicherers leitende Angestellte und IT-Manager, davon 400 in den USA sowie jeweils 250 weitere in Deutschland, GroĂbritannien, Frankreich, Spanien, Belgien, den Niederlanden und Irland. Drei Viertel der befragten Unternehmen waren kleine Firmen und MittelstĂ€ndler mit bis zu 1000 Mitarbeitern, ein Viertel gröĂere Unternehmen. Publik gewordene Cyberattacken ziehen auĂerdem hĂ€ufig FolgeschĂ€den nach sich: 43 Prozent der Befragten sagten, dass sie anschlieĂend Kunden verloren hĂ€tten.

