EU-Agentur, AsylantrÀge

EU-Agentur: 400.000 AsylantrÀge im ersten Halbjahr

08.09.2025 - 07:20:03

Die Zahl der neuen Asylbewerber innerhalb der EuropĂ€ischen Union sowie in Norwegen und der Schweiz ist im ersten Halbjahr deutlich zurĂŒckgegangen.

Bis Ende Juni zÀhlte die EU-Asylagentur annÀhernd 400.000 neue AntrÀge, wie die Behörde mitteilte. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2024 bedeutet dies ein Minus von 114.000 beziehungsweise 23 Prozent. Erstmals seit vielen Jahren war Deutschland nicht mehr das Land mit den meisten Neuankömmlingen.

Die Statistik umfasst die Zahlen aus allen EU-Staaten sowie aus Norwegen und der Schweiz, die beide nicht zur Union gehören. In den 29 LÀndern gab es insgesamt 399.000 AntrÀge. Dabei lagen Frankreich (78.000), Spanien (77.000), Deutschland (70.000) und Italien (64.000) mit weitem Abstand vorn. Im Unterschied zu den Vorjahren war die Bundesrepublik nicht mehr Nummer eins.

Meiste Neuankömmlinge aus Venezuela

Die Behörde mit Sitz auf der Insel Malta fĂŒhrte den RĂŒckgang insbesondere auf den Sturz von Syriens Machthaber Baschar al-Assad im vergangenen Dezember zurĂŒck. Erstmals seit einem Jahrzehnt kamen die meisten neuen Asylbewerber (25.000) nicht mehr aus dem Mittelmeerland, sondern jetzt aus Venezuela (49.000) in SĂŒdamerika. Aus Afghanistan beantragten 42.000 Menschen neu Asyl.

Mit Ausnahme von Frankreich gingen die Zahlen in den großen ZiellĂ€ndern ĂŒberall zurĂŒck: am deutlichsten in Deutschland (minus 43 Prozent), aber auch in Italien (minus 25 Prozent) und Spanien (minus 13 Prozent). Von den Asylbewerbern aus Venezuela stellten fast alle ihren Antrag in Spanien, wo die gleiche Sprache gesprochen wird. Großbritannien ist nach seinem Austritt aus der EU in dieser Statistik bereits seit Jahren nicht mehr dabei.

Nur jeder vierte Antrag wird anerkannt

Die sogenannte Anerkennungsquote ging nach Angaben der Behörde auf den niedrigsten je gemessenen Stand zurĂŒck: Nur jeder vierte Erstantrag (25 Prozent) wurde bewilligt. In den insgesamt 29 LĂ€ndern gibt es gleichwohl einen riesigen Berg an AntrĂ€gen, der noch abgearbeitet werden muss: Ende Juni war ĂŒber mehr als 900.000 AntrĂ€ge in erster Instanz bisher nicht entschieden. Weil Widerspruch möglich ist, stehen insgesamt etwa 1,3 Millionen Entscheidungen aus.

Der Umgang mit Migranten gehört seit Jahrzehnten zu den großen Streitthemen der europĂ€ischen Politik. Die EU arbeitet inzwischen mit nordafrikanischen Staaten zusammen, um Migranten von der Flucht nach Europa abzuhalten. Bei Versuchen, mit oft kaum seetĂŒchtigen Booten das Mittelmeer zu ĂŒberqueren, kommt es immer wieder zu tödlichen Katastrophen.

@ dpa.de