DAVOSAmazon-Chef, Zölle

DAVOS / Amazon-Chef: Zölle lassen US-Preise allmÀhlich steigen

21.01.2026 - 05:57:14

Die Zollpolitik von US-PrÀsident Donald Trumps lÀsst Amazon US0231351067-Chef Andy Jassy zufolge die Verbraucherpreise in den Vereinigten Staaten allmÀhlich steigen.

Der weltgrĂ¶ĂŸte Online-HĂ€ndler und die auf der Plattform aktiven HĂ€ndler hĂ€tten im vergangenen Jahr zwar erhebliche WarenbestĂ€nde aufgebaut, bevor die Zölle in Kraft traten, sagte Jassy dem TV-Sender CNBC beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Diese Reserven seien jedoch im Herbst ausgegangen. Damit "kriechen" die Zölle nun auch in die Preise einiger Waren, wie er es formulierte.

Zugleich gingen einzelne HÀndler auf unterschiedliche Weise mit den Folgen der Zölle um, schrÀnkte Jassy ein. Einige reichten sie in Form höherer Preise an die Verbraucher weiter, andere schluckten die Zusatzkosten selbst, um die Nachfrage nach ihren Produkten anzukurbeln.

Amazon selbst versuche stets, die Preise so niedrig wie möglich zu halten. Allerdings seien im EinzelhandelsgeschÀft mit den traditionell niedrigen Margen die Optionen "nicht endlos", sagte der Amazon-Chef. "Wenn bei den Leuten die Kosten um zehn Prozent steigen, gibt es nicht viele Stellen, an denen man das auffangen kann."

Trumps Regierung hatte Warnungen von Wirtschaftsexperten, dass letztlich US-Verbraucher die Kosten der Zölle tragen wĂŒrden, stets zurĂŒckgewiesen. Der PrĂ€sident und seine Minister behaupten immer wieder, es gebe keine zusĂ€tzliche Inflation durch die Abgaben. Vielmehr machten die Zölle die USA reich und förderten Investitionen in die Produktion im Land, heißt es aus dem Weißen Haus.

Dagegen kamen Forscher des in Kiel ansĂ€ssigen Instituts fĂŒr Weltwirtschaft in einer diese Woche veröffentlichten Studie zu dem Schluss, dass die Zölle nicht die auslĂ€ndischen Exporteure, sondern die amerikanische Wirtschaft selbst belasteten. Nur etwa 4 Prozent der Zolllast trĂŒgen auslĂ€ndische Lieferanten, wĂ€hrend 96 Prozent auf US-KĂ€ufer abgewĂ€lzt wĂŒrden, hieß es auf Basis von ĂŒber 25 Millionen LieferdatensĂ€tzen mit einem Gesamtwert von fast vier Billionen US-Dollar (3,44 Billionen Euro).

@ dpa.de