Bayern, Demenz-Register

digiDEM Bayern: Demenz-Register erreicht zentralen Meilenstein

31.03.2026 - 00:48:48 | boerse-global.de

Das bayerische Demenzregister zeigt eine große Kluft zwischen geschĂ€tzten und diagnostizierten FĂ€llen auf. Es setzt nun auf niedrigschwellige Bluttests und digitale Hilfen, um die Versorgung zu verbessern.

digiDEM Bayern: Demenz-Register erreicht zentralen Meilenstein - Foto: ĂŒber boerse-global.de

Das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) hat einen wichtigen Projektmeilenstein erreicht. Aktuelle Daten zeigen eine enorme LĂŒcke zwischen geschĂ€tzten und diagnostizierten DemenzfĂ€llen im Freistaat. Das Register setzt nun verstĂ€rkt auf frĂŒhe Bluttests und digitale Hilfen.

Derzeit leben in Bayern schĂ€tzungsweise 270.000 Menschen ĂŒber 65 mit einer Demenzerkrankung. Bis 2030 könnten es 300.000 werden. Doch nur etwa jeder zehnte Betroffene erhĂ€lt aktuell eine formale Diagnose. Diese enorme LĂŒcke war ein zentrales Thema bei der jĂŒngsten Datenvorstellung im Bayerischen Landtag.

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Die Diagnose-LĂŒcke schließt sich zu spĂ€t

„Die klinische RealitĂ€t ist oft durch ein zu spĂ€tes Eintreffen der Patienten geprĂ€gt“, sagt Projektleiter Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas. Viele Betroffene finden erst im fortgeschrittenen Stadium Zugang zum Versorgungssystem. Das schrĂ€nkt die Wirksamkeit von Therapien erheblich ein.

Das Register, getragen von der Friedrich-Alexander-UniversitĂ€t Erlangen-NĂŒrnberg und dem Uniklinikum Erlangen, zĂ€hlt inzwischen 3.355 aktive Teilnehmer. Es ist eines der grĂ¶ĂŸten Forschungsvorhaben dieser Art in Europa. Ein Erfolgsrezept sind bayernweite Screening-Tage.

6.300 BĂŒrger ließen ihr GedĂ€chtnis testen

Seit 2022 fanden 235 kostenlose GedĂ€chtnistests statt, vor allem in strukturschwachen Gebieten. Rund 6.300 BĂŒrger nutzten das Angebot. Bei etwa 26 Prozent zeigten sich AuffĂ€lligkeiten, die eine weitere AbklĂ€rung nötig machten.

Durch die Zusammenarbeit mit 291 Partnern vor Ort – von Apotheken bis zu GedĂ€chtnisambulanzen – sinkt die Hemmschwelle fĂŒr einen ersten Test. Das Konzept der „Datenspende“ sammelt zudem anonymisierte Langzeitdaten. So lassen sich regionale VersorgungslĂŒcken prĂ€zise identifizieren.

Bluttests sollen Diagnose revolutionieren

Ein zentraler Diskussionspunkt sind nun moderne Diagnoseverfahren. In Kooperation mit Experten wie Prof. Dr. Matthias Arnold vom Helmholtz Zentrum MĂŒnchen werden Biomarker-Bluttests evaluiert. Sie könnten kĂŒnftig als niedrigschwelliger erster Schritt dienen.

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Ziel ist ein regelmĂ€ĂŸiger Kognitions-Check beim Hausarzt, Ă€hnlich klassischer Vorsorgeuntersuchungen. Parallel unterstĂŒtzt das digitale Tool „DEMAND¼“ pflegende Angehörige. Ein Online-Fragebogen hilft ihnen, eigene Versorgungsbedarfe zu erkennen.

LĂ€ndlicher Raum braucht digitale BrĂŒcken

„Das Register bereitet Bayern systematisch auf neue Therapien vor“, betont Bernhard Seidenath, Gesundheitsvorsitzender im Landtag. Angesichts neuer Medikamente sei eine frĂŒhe Diagnose Grundvoraussetzung. Besonders im lĂ€ndlichen Raum sind die Wege zu Spezialisten oft weit.

digiDEM Bayern fungiert hier als digitaler BrĂŒckenbauer. Ein digitaler Wegweiser soll helfen, lokale UnterstĂŒtzungsangebote schneller zu finden. Die Vernetzung von Forschung und Praxis vor Ort gilt als beispielhaft fĂŒr die digitale Transformation im Gesundheitswesen.

Bis 2040 rechnen Experten mit ĂŒber 380.000 Demenzerkrankten in Bayern. Das Register soll nun in eine phase der Verstetigung gehen. Die Vision: ein System, das nicht nur Daten sammelt, sondern aktiv die LebensqualitĂ€t Hunderttausender sichert.

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