DIHK warnt: KI-Bürokratie droht Digitalisierung zu bremsen
28.01.2026 - 19:15:12Eine neue Welle bürokratischer Belastungen durch die Regulierung Künstlicher Intelligenz könnte den digitalen Fortschritt in deutschen Unternehmen ausbremsen. Das ist das zentrale Ergebnis der DIHK-Digitalisierungsumfrage 2026, die am Mittwoch in Berlin vorgestellt wurde. Die Wirtschaft appelliert an die Politik, die Umsetzung des EU AI Act praxisnah zu gestalten, um die Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden.
Digitalisierung stagniert auf solidem Niveau
Die deutsche Wirtschaft verliert an digitaler Dynamik. Der durchschnittliche Digitalisierungsgrad der fast 5.000 befragten Unternehmen bleibt mit einer Bewertung von 2,8 auf dem Vorjahresniveau. Die Betriebe halten zwar den Anschluss, machen aber keine großen Sprünge nach vorn.
Hauptmotiv für Investitionen bleibt die Effizienzsteigerung. Hohe Energiepreise und der Fachkräftemangel treiben die Projekte an. Deutlich seltener sehen die Unternehmen in der Digitalisierung einen Motor für völlig neue Geschäftsmodelle. Größte Hemmnisse sind nach wie vor fehlende Zeit, hohe Kosten und die wachsende Komplexität der Technologien.
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KI boomt, aber Rechtsunsicherheit wächst
Künstliche Intelligenz ist als Produktivitätsfaktor angekommen. Bereits 41 Prozent der KI‑Nutzer bewerten den Einfluss auf die eigene Produktivität als hoch. Die Technologie wird zunehmend als entscheidender Wettbewerbsvorteil erkannt.
Doch diese positive Entwicklung steht auf der Kippe. Die bevorstehende Umsetzung der EU‑KI‑Verordnung bereitet den Unternehmen massive Sorgen. „Wir brauchen einen praxisnahen und konsistenten Rechtsrahmen“, so die Forderung der DIHK. Unklare Zuständigkeiten und widersprüchliche Auslegungen könnten Innovationen behindern. Rechtliche Unsicherheiten gelten bereits jetzt als eine der größten Hürden bei der Datennutzung.
Bürokratie‑Flut wird zur Wachstumsbremse
Die Warnung vor KI‑Bürokratie ist nur die Spitze des Eisbergs. Die Flut neuer Vorgaben aus Berlin und Brüssel – vom Lieferkettengesetz bis zum Green Deal – entwickelt sich zur ernsthaften Wachstumsbremse. Die DIHK fordert einen spürbaren Bürokratieabbau, um Ressourcen für Innovationen freizusetzen.
Ein weiterer Schwachpunkt ist die digitale Souveränität. Die Mehrheit der Unternehmen ist von Technologien aus Nicht‑EU‑Ländern abhängig. Verlässliche Regeln, offene Standards und der Ausbau digitaler Kompetenzen sollen gegensteuern. Auch der Netzausbau hinkt hinterher: Nur 73 Prozent der Firmen bewerten ihre Internetgeschwindigkeit als ausreichend – ein Bedarf, der durch KI und Cloud‑Lösungen weiter steigen wird.
Ausblick: Balance zwischen Regulierung und Freiraum
Mit der schrittweisen Anwendung der KI‑Verordnung ab Februar 2025 und der vollständigen Geltung ab Mitte 2026 wächst der Handlungsdruck. Die deutsche Wirtschaft fordert einen Kulturwandel: mehr Vertrauen, weniger kleinteilige Vorgaben.
Die Zukunft des Technologiestandorts Deutschland hängt maßgeblich davon ab, ob eine Balance zwischen notwendiger Regulierung und Innovationsfreiraum gelingt. Die anstehende Umsetzung der KI‑Gesetzgebung muss so wirtschaftsfreundlich wie möglich gestaltet werden. Sonst droht das enorme Potenzial der Schlüsseltechnologie ungenutzt zu bleiben.
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