ROUNDUP, Trump

Trump kĂŒndigt Ausweitung der Angriffe auf Iran an

02.03.2026 - 18:43:48 | dpa.de

Drei Tage nach Beginn der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat US-PrĂ€sident Donald Trump die Ausweitung der Attacken angekĂŒndigt.

"Wir haben noch nicht einmal angefangen, hart zuzuschlagen", sagte er dem Sender CNN. "Die große Welle kommt bald." Er gehe von etwa vier Wochen Krieg aus, fĂŒgte Trump hinzu. Der Iran wĂ€re nach seinen Worten schon bald in der Lage gewesen, mit seinen Raketen US-Territorium zu treffen.

USA nennen drei Kriegsziele

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth trat BefĂŒrchtungen entgegen, es könne Krieg wie im Irak werden. "Dies ist kein endloser Krieg", sagte Hegseth, der sich als Kriegsminister bezeichnet, in Washington. Die USA haben ihm zufolge ihre Lehren aus der Vergangenheit gezogen und gehen mit einem klaren Fokus in den Krieg: "Die Raketenbedrohung zerstören, die Marine zerstören, keine Atomwaffen." Ob fĂŒr die Zerstörung der Atomanlagen auch Bodentruppen eingesetzt werden sollen, blieb unklar. AusdrĂŒcklich ausschließen wollte Trump das nicht.

Unterdessen wÀchst die Sorge vor einem FlÀchenbrand im Nahen Osten. Die USA und Israel greifen weiter Ziele im Iran an, Teheran antwortet mit GegenschlÀgen auf Israel und andere LÀnder. Inzwischen hat der Krieg nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst.

Trump spricht von mehreren Wochen Krieg

Trump sagte, die Attacken liefen bislang sehr gut. "Wir prĂŒgeln sie windelweich." Er bekrĂ€ftigte sein Ziel, den Krieg in etwa vier Wochen zu beenden. "Wir sind dem Zeitplan sogar voraus." Bislang hĂ€tten die USA 49 iranische AnfĂŒhrer ausgeschaltet. "Sie wissen nicht einmal, wer sie derzeit anfĂŒhrt", sagte er.

Als grĂ¶ĂŸte Überraschung nannte Trump die Angriffe des Irans auf die arabischen Staaten in der Region und deren Reaktion. "Sie wollten sich nur sehr geringfĂŒgig beteiligen. Und jetzt bestehen sie darauf, einbezogen zu werden", sagte er. "Sehr enttĂ€uscht" zeigte sich Trump vom britischen Premierminister Keir Starmer, der die Nutzung britischer StĂŒtzpunkte durch die US-Armee zu spĂ€t erlaubt habe.

Hegseth kritisiert VerbĂŒndete: Zögern und Zaudern

Auch Minister Hegseth kritisierte frĂŒhere Partner der USA scharf. "FĂ€hige Partner, wie wir von Anfang an gesagt haben, fĂ€hige Partner sind gute Partner", sagte mit Blick auf Israel. Im Gegensatz dazu stehen ihm zufolge die "traditionellen VerbĂŒndeten", die sich empört geben und "beim Einsatz von Gewalt nur zögern und zaudern".

Konkrete LĂ€nder nannte Hegseth nicht. "Amerika, unabhĂ€ngig davon, was sogenannte internationale Institutionen sagen, entfesselt die tödlichste und prĂ€ziseste Luftangriffskampagne der Geschichte." Spanien betonte, die US-Basen MorĂłn und Rota im eigenen Land seien nicht fĂŒr die Angriffe auf den Iran genutzt worden, weil diese einseitig und ohne eine internationale Resolution erfolgt seien.

Zahlreiche Todesopfer und neue Angriffswelle

In dem am Samstag begonnenen Krieg sind bereits zahlreiche Menschen getötet worden. Im Iran gab es nach Angaben des Roten Halbmonds mindestens 555 Tote. Bei israelischen Angriffen im Libanon wurden nach örtlichen Angaben Dutzende Menschen getötet und mehr als hundert verletzt. Auch in Israel gab es Tote und Verletzte durch iranische Gegenangriffe. Das US-MilitÀr teilte mit, vier US-Soldaten seien getötet worden.

Israel und die USA griffen Hunderte Ziele im Iran an. Dazu zĂ€hlen nach ihren Angaben Raketenabschussrampen, Anlagen des umstrittenen Atomprogramms, Hauptquartiere der MilitĂ€rfĂŒhrung sowie Vertreter der politischen FĂŒhrung. Irans oberster FĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei wurde am Samstag getötet.

Aus Sicht der UN-AtomwĂ€chter hat es jedoch keine Anzeichen fĂŒr ein Kernwaffen-Projekt im Iran gegeben. "Wir sehen kein strukturiertes Programm zur Herstellung von Atomwaffen", sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, in Wien.

Hegseth: Kein "Regimewechselkrieg"

Der MilitĂ€reinsatz soll Minister Hegseth zufolge nicht notwendigerweise zu einem Machtwechsel in Teheran fĂŒhren. "Dies ist kein sogenannter "Regimewechselkrieg", aber das Regime hat sich tatsĂ€chlich geĂ€ndert, und die Welt ist dadurch besser dran", sagte er in Washington. Ebenso wie die USA setzt auch Israel auf einen Umsturz im Iran durch die Bevölkerung. Es sei das angestrebte Ergebnis, "dass das iranische Volk in der Lage sein wird, dieses Regime fĂŒr sich selbst zu beseitigen, und damit auch fĂŒr uns, fĂŒr die gesamte Region und fĂŒr die ganze Welt", sagte der israelische Verteidigungsminister Israel Katz.

Golfstaaten unter Beschuss - Kampfjets stĂŒrzen ab

Die Golfstaaten werden immer weiter in den Konflikt hineingezogen. Die kuwaitische Luftverteidigung schoss unterdessen versehentlich mehrere US-Kampfjets ab, wie das zustĂ€ndige Regionalkommando des US-MilitĂ€rs (Centcom) mitteilte. Die Besatzungen hĂ€tten ĂŒberlebt. Frankreich sagte den Golfstaaten UnterstĂŒtzung zu. Man sei bereit, sich an ihrer Verteidigung zu beteiligen, sagte Außenminister Jean-NoĂ«l Barrot in Paris.

Drohenalarm auf EU-Inselstaat Zypern

Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern kam es in der Nacht zum Montag zu einem Drohnenangriff auf den britischen StĂŒtzpunkt Akrotiri in der NĂ€he der Hafenstadt Limassol. Die Drohne war vom Typ "Shahed", wie der zyprische PrĂ€sident Nikos Christodoulidis mitteilte. Diese Drohnen werden hauptsĂ€chlich im Iran produziert. SpĂ€ter wehrte der StĂŒtzpunkt zwei weitere unbemannte Flugobjekte ab.

Israel beginnt weitere Angriffswelle im Libanon

Israel bombardierte nach Beschuss aus dem Libanon erneut Stellungen der mit dem Iran verbĂŒndeten Hisbollah-Miliz. Dabei sei Hussein Makled, der Chef des Geheimdiensthauptquartiers der Hisbollah Miliz, getötet worden, teilte die israelische Armee mit. Tausende Zivilisten flohen vor allem aus dem SĂŒdlibanon gen Norden.

Zehntausende Reisende gestrandet

Wegen des Krieges sitzen auch Zehntausende Reisende fest, die im Nahen Osten Urlaub machen oder einen der dortigen FlughĂ€fen als Drehkreuz nutzen wollten. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) sind allein rund 30.000 Kunden deutscher Veranstalter betroffen. FĂŒr einen Teil der gestrandeten deutschen Urlauber gab es Hoffnung auf eine baldige RĂŒckkehr in die Heimat: Das AuswĂ€rtige Amt bereitet die RĂŒckholung von Kranken, Kindern und Schwangeren aus der Konfliktregion vor.

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