EON, Millionengrenze

E.ON erreicht Millionengrenze bei Smart Metern – doch der Zeitplan droht zu kippen

23.03.2026 - 06:01:42 | boerse-global.de

E.ON installiert millionste intelligente Messstelle, doch der Konzern hält die gesetzlichen Fristen für den weiteren Ausbau für nicht realisierbar. Die Bundesnetzagentur überwacht nun den Fortschritt.

E.ON erreicht Millionengrenze bei Smart Metern – doch der Zeitplan droht zu kippen - Foto: über boerse-global.de
E.ON erreicht Millionengrenze bei Smart Metern – doch der Zeitplan droht zu kippen - Foto: über boerse-global.de

Der deutsche Energieriese E.ON hat die millionste intelligente Messstelle installiert. Doch während der Konzern diesen Meilenstein feiert, warnen Branchenlenker vor unrealistischen Fristen für die nächste Ausbaustufe. Ab heute überwacht die Bundesnetzagentur den Fortschritt – und die Uhr tickt für Solaranlagen-Betreiber.

Meilenstein mit Schattenseiten: E.ON ĂĽbertrifft Ziel, warnt aber vor Kontroll-Deadline

E.ON hat diese Woche den Einbau seines millionsten intelligenten Messsystems (iMSys) im Netzgebiet seines Tochterunternehmens LEW bei Augsburg bestätigt. Damit liegt der Versorger mit einer Installationsquote von 30 Prozent in den verpflichtenden Kundengruppen deutlich über dem gesetzlichen Zwischenziel von 20 Prozent für Ende 2025.

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Doch der Erfolg trügt: Fast die Hälfte aller in Deutschland aktiven Smart Meter konzentriert sich in E.ON-Netzen, obwohl der Konzern nur ein Viertel aller Messpunkte betreibt. Die nationale Gesamtquote liegt laut aktuellen Berichten bei mageren 3,8 Prozent – ein Bruchteil im Vergleich zu Vorreitern wie Schweden oder Italien.

Gleichzeitig warnt E.ON-Vorstand Thomas König vor der nächsten Phase, dem „Steuerungsrollout“. Die gesetzliche Frist für Ende 2026 sei „völlig unrealistisch“, so König. Weder die notwendige Hardware noch die Kommunikationsprotokolle seien für den Masseneinsatz ausreichend getestet. E.ON fordert eine Verschiebung um zwei Jahre. Eine Studie der Horizonte Group kam Ende 2025 zu einem ähnlichen Schluss.

FĂĽr Verbraucher: Pflicht, Preisdeckel und die drohende 60-Prozent-Regel

Für viele Haushalte und Gewerbetreibende ist der Smart Meter keine Option, sondern gesetzliche Pflicht. Betroffen sind aktuell Haushalte mit einem Jahresverbrauch über 6.000 Kilowattstunden sowie Betreiber von Photovoltaik-Anlagen (PV) mit mehr als 7 Kilowatt Leistung. Auch Besitzer von steuerbaren Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen oder Wallboxen, die nach dem 1. Januar 2024 in Betrieb gingen, müssen umrüsten.

Die Kosten sind streng gedeckelt: Für die meisten Standardhaushalte und kleine Solaranlagen (bis 15 kW) beträgt die jährlich Betriebsgebühr maximal 20 Euro. Bei Nutzung steuerbarer Geräte im Rahmen spezieller Netznutzungskonzepte sind es in der Regel 50 Euro pro Jahr.

Doch eine neue Deadline bringt die Solarbranche in Bedrängnis: Ab dem 1. Juni 2026 müssen alle neuen PV-Anlagen ab 7 Kilowatt nicht nur mit einem Smart Meter, sondern auch mit einer zertifizierten „Steuerbox“ ausgestattet sein. Fehlt diese, droht eine drastische Konsequenz: Die Einspeisung könnte auf nur noch 60 Prozent der Nennleistung begrenzt werden. Ein Alarmschreiben der Branchenverbände warnt vor erheblichen Einnahmeverlusten für Hausbesitzer.

Bundesnetzagentur startet Monitoring – Fragmentierung bremst Ausbau

Seit dem 16. März sammeln Bundesnetzagentur (BNetzA) und Bundeskartellamt im Rahmen des „Energie-Monitoring 2026“ umfassende Daten von allen Marktteilnehmern. Bis zum 30. April müssen Messstellenbetreiber und Energieversorger ihre Aktivitäten für das Berichtsjahr 2025 offenlegen. Ziel ist es, Engpässe in der Lieferkette oder beim Fachpersonal zu identifizieren und den bürokratischen Aufwand zu reduzieren.

Ein Kernproblem bleibt die extreme Marktzersplitterung. Über 800 Verteilnetzbetreiber und die komplexe Unterscheidung zwischen „grundzuständigen“ und „wettbewerblichen“ Messstellenbetreibern machen Deutschland zum europäischen Sonderfall. Experten kritisieren diese Struktur als kostspielig und ineffizient.

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Vom Zähler zum Grid-Manager: Smart Meter als Schlüssel für Energy Sharing

Die aktuelle Phase markiert einen fundamentalen Wandel: Smart Meter werden vom passiven Datensammler zum aktiven Netzmanager. Die neue Generation der Smart-Meter-Gateways muss eine sichere Zwei-Wege-Kommunikation ermöglichen, um das Stromnetz in Echtzeit auszubalancieren.

Diese Technologie ist die Voraussetzung für neue Geschäftsmodelle wie „Energy Sharing“, das voraussichtlich ab Juni 2026 regulär starten soll. Ohne die hochfrequenten Daten der intelligenten Zähler wäre die Abrechnung von gemeinsam genutztem Nachbarschaftsstrom praktisch unmöglich. Reine PV-Anlagen ohne Steuerungstechnik gelten inzwischen als veraltet.

Ausblick: Ambitionierte Ziele und wachsender Druck

Die Bundesregierung hält an ihren ambitionierten Zielen fest: Bis Ende 2028 sollen mindestens 50 Prozent aller Pflichtfälle mit intelligenten Messsystemen ausgestattet sein, bis 2030 sogar 95 Prozent. Der Fokus für 2026 liegt nun darauf, die Lieferkette für Steuerboxen zu stabilisieren und auf die technischen Bedenken der Versorger zu reagieren.

Beobachter erwarten, dass das Bundeswirtschaftsministerium auf die Warnungen der Industrie reagieren und die Fristen für den Steuerungsrollout anpassen könnte. Für Verbraucher werden die Vorteile durch dynamische Stromtarife und automatisierte Energiesteuerung zunehmend spürbar. Mit der Juni-Deadline für Solaranlagen bleibt der Druck auf das Elektrohandwerk, die Installationen termingerecht umzusetzen, ein bestimmendes Thema im deutschen Energiemarkt.

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