Generalstreik, Portugal

Generalstreik legt Portugal vielerorts lahm

03.06.2026 - 14:36:16 | dpa.de

Ein eintÀgiger Generalstreik gegen die geplante Arbeitsmarktreform der konservativen Regierung hat das Leben in Portugal deutlich beeintrÀchtigt.

Besonders im Verkehrssektor kam es bereits vormittags landesweit zu massiven Störungen, wie die Zeitung "Correio da Manha" und andere Medien berichteten. Es handelt sich um den zweiten Generalstreik gegen die geplante Reform nach einem ersten Protestausstand im November.

In Lissabon stand die U-Bahn bereits seit dem spÀten Dienstagabend komplett still, im Bus- und Bahnverkehr galten in der Hauptstadt und auch in anderen Regionen des beliebten Urlaubslandes teils nur Notdienste. An Bushaltestellen und TaxistÀnden bildeten sich zum Teil sehr lange Schlangen.

Auch der Luftverkehr wurde erheblich gestört: Am Flughafen Lissabon wurde laut dem Betreiber ANA wegen des Ausstandes mehr als die HĂ€lfte aller FlĂŒge gestrichen. An anderen FlughĂ€fen des Landes betrage die Ausfallquote unterdessen im Schnitt gut 40 Prozent, hieß es.

Vielerorts tĂŒrmt sich der MĂŒll

Neben dem Verkehr sind auch Schulen, UniversitĂ€ten, KrankenhĂ€user, die MĂŒllentsorgung und weitere öffentliche Einrichtungen betroffen. Der Gewerkschaftsdachverband CGTP sprach von einer "massiven Beteiligung". Auch die staatliche Nachrichtenagentur Lusa stellte ihre Arbeit ein.

Arbeitsministerin Maria do RosĂĄrio Ramalho bewertete unterdessen die Beteiligung am Generalstreik als "niedrig". Das gelte insbesondere fĂŒr den privaten Sektor, betonte sie. Dieser wĂŒrde von der umstrittenen Reform besonders betroffen sein.

Gewerkschaft gibt sich siegessicher

Die Minderheitsregierung von MinisterprĂ€sident LuĂ­s Montenegro plant eine Reform des Arbeitsrechts, die mehr als hundert Änderungen vorsieht. Ziel seien eine Steigerung der ProduktivitĂ€t und der WettbewerbsfĂ€higkeit, die Anpassung an eine sich vor allem durch Digitalisierung verĂ€ndernde Arbeitswelt. Die Reform werde mehr ArbeitsplĂ€tze und höhere Löhne mit sich bringen, wird versichert.

Die Gewerkschaften warnen hingegen, dass die geplanten VerĂ€nderungen zu erheblichen Belastungen fĂŒr die Arbeitnehmer fĂŒhren und eine "Normalisierung prekĂ€rer BeschĂ€ftigung" mit sich bringen werden. Es werde Lohnsenkungen, mehr KĂŒndigungen und mehr befristete ArbeitsvertrĂ€ge geben, heißt es. "Wir werden die Regierung in die Knie zwingen", versprach CGTP-Chef Tiago Oliveira.

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