Devisen: Euro vor allem von starkem US-Arbeitsmarktbericht belastet
06.06.2025 - 21:25:09 | dpa.deIm New Yorker Handel kostete die GemeinschaftswÀhrung zuletzt 1,1400 US-Dollar. Die EuropÀische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1411 (Donnerstag: 1,1423) Dollar festgesetzt und der Dollar damit 0,8763 (0,8754) Euro gekostet.
Der US-Arbeitsmarkt hat sich im Mai trotz der Verunsicherung durch die Zollpolitik der Washingtoner Regierung solide prĂ€sentiert. Es entstanden mehr Stellen als erwartet. Allerdings wurden die Werte fĂŒr MĂ€rz und April deutlich nach unten revidiert. Die Arbeitslosenquote blieb im vergangenen Monat stabil, wĂ€hrend die Stundenlöhne stĂ€rker als erwartet zulegten.
Die Investoren seien erleichtert, dass die neu geschaffenen Stellen positiv ĂŒberrascht hĂ€tten, kommentierte Finanzmarktexperte Andreas Lipkow. Die gestiegenen Stundenlöhne verwiesen zwar auf potenzielle Inflationsgefahren, spiegelten jedoch auch den sehr robusten Arbeitsmarkt wider. Laut Thomas Altmann, Analyst bei QC Partners, könnte die Lohnentwicklung die US-Notenbank Fed dazu bewegen, mit Zinssenkungen lĂ€nger abzuwarten. Davon wĂŒrde der Dollar als AnlagewĂ€hrung profitieren.
"Die Zölle fĂŒhren bislang zu keinen deutlichen Bremsspuren am US-Arbeitsmarkt", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. Es sei jedoch fraglich, ob dies so bleibe. "Die Zölle verunsichern Unternehmen und gleichzeitig lasten sie auch auf der Konsumlaune, was auf den UmsĂ€tzen lastet", so Gitzel. "Und mehr noch, das Dodge-Programm fĂŒhrte zu Entlassungen im öffentlichen Sektor und gleichzeitig auch zu weniger Einstellungen."
Der Euro war jedoch bereits vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts durch ĂŒberraschend schwache deutsche Industriedaten belastet worden. Mittlerweile hat er seine deutlichen Kursgewinne vom Donnerstag, als EZB-PrĂ€sidentin Christine Lagarde das Ende des geldpolitischen Zyklus angedeutet hatte, wieder komplett abgegeben.
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