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Frankfurt Schluss: SAP-Verlust und Geopolitik belasten Dax schwer

29.01.2026 - 17:57:13 | dpa.de

Ein massiver Kursverlust des Schwergewichts SAP DE0007164600 hat am Donnerstag auch den Dax DE0008469008 auf tieferes Niveau gezogen.

Der Softwarekonzern hatte mit Quartalszahlen und Prognosen herbe enttäuscht. Als weiteren Belastungsfaktor für den deutschen Aktienmarkt führten Marktstrategen ins Feld, dass die Investoren den Fokus wieder stärker auf geopolitische Spannungen richteten, vor allem auf den sich verschärfenden Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran.

Angesichts dieses Gegenwinds verlor der Dax 2,07 Prozent auf 24.309,46 Punkte. Knapp die Hälfte davon ging auf das Konto der schwachen SAP-Aktie. Nicht ganz so stark war der Druck auf die Kurse im MDax DE0008467416 der mittelgroßen Börsenwerte. Er verlor 1,29 Prozent auf 31.233,68 Zähler.

Am Nachmittag gerieten auch die Kurse an der Wall Street unter Druck, belastet vor allem von einer einbrechenden Microsoft US5949181045-Aktie. Als Seismograf für die derzeitige Verfassung der Anleger verheiße die aktuelle Entwicklung nichts Gutes, schrieb Analystin Christine Romar von CMC Markets. Wenn etwa die USA in den kommenden Stunden oder Tagen den Iran erneut angriffen, "dann dürfte sich der Abwärtstrend in Frankfurt noch einmal deutlich beschleunigen", warnte die Analystin.

SAP kann seine Anleger mit einer angepeilten Beschleunigung des Umsatzwachstums nicht über die Enttäuschung um die aktuelle Lage hinwegtrösten. Ende 2025 konnten die Walldorfer nicht so viele Verträge im Wachstumsfeld Cloudsoftware abschließen wie erhofft. Um die Investoren bei Laune zu halten, steckt das Unternehmen die kommenden zwei Jahre bis zu 10 Milliarden Euro in Aktienrückkäufe.

Das SAP-Papier brach dennoch um gut 16 Prozent auf den tiefsten Stand seit rund zwei Jahren ein. Einen größeren Tagesverlust gab es zuletzt im Oktober 2020, als der Software-Entwickler wegen eines Strategieschwenks und auch wegen der Corona-Pandemie die Geschäftsziele drastisch zusammenstrich.

Die Deutsche Bank DE0005140008 verzeichnete 2025 ein Vorsteuerergebnis von 9,7 Milliarden Euro auf Rekordniveau. Damit erreichte das Geldhaus nicht nur sein Renditeziel, sondern übertraf auch die Erwartungen von Analysten. Die in den vergangenen Monaten bereits stark gestiegene Aktie verlor in dem schwachen Gesamtmarkt 1,3 Prozent.

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS DE000DWS1007 übertraf 2025 ihre Ziele und legte die Latte für die kommenden Jahre höher. Zudem sollen die Aktionäre im Jahr 2027 eine Sonderdividende erhalten. Die DWS-Aktien schnellten um gut 10 Prozent nach oben und erklommen ein Rekordhoch.

Siemens DE0007236101 gewannen an der Dax-Spitze 2 Prozent und verpassten nur knapp ein Rekordhoch. Beobachter verwiesen auf den starken Auftragseingang des Konkurrenten ABB CH0012221716, der positive Rückschlüsse auf die Orderlage von Siemens zulasse.

Nemetschek DE0006452907 fielen um 3,6 Prozent. Sie litten wie auch die anderen europäischen Software-Unternehmen unter den schwachen Vorgaben von SAP. Nemetschek vertreibt Software für Bau und Architektur.

Die Kupferpreisrally zieht Anleger weiterhin auch in die Aktien von Aurubis DE0006766504. Die Papiere der Hamburger Kupferhütte setzten ihre Rekordjagd fort und gewannen weitere 2,6 Prozent.

Der EuroStoxx 50 EU0009658145 fiel am Donnerstag um 0,7 Prozent. Außerhalb der Eurozone legte der schweizerische SMI CH0009980894 um ein Prozent zu. Der Londoner FTSE 100 GB0001383545 gewann 0,2 Prozent. Der US-Tech-Index Nasdaq 100 verlor zum europäischen Handelsschluss 1,7 Prozent./bek/he

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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