AKTIE IM FOKUS: Jahresplus bei Henkel weg - Schwacher Start 2026 und Ălpreise
11.03.2026 - 15:16:30 | dpa.deAm frĂŒhen Nachmittag bĂŒĂte das Papier des KonsumgĂŒter- und Klebstoffherstellers 4,4 Prozent auf 69,90 Euro ein und zĂ€hlte damit zu den Schlusslichtern im Dax DE0008469008. Es sackte obendrein auch unter die 200-Tage-Durchschnittslinie bei aktuell rund 71,50 Euro, die den lĂ€ngerfristigen Trend signalisiert.
In den anderthalb Wochen seit der Nahost-Eskalation haben die Vorzugsaktien damit 16 Prozent eingebĂŒĂt und zugleich auch ihre Gewinne seit Jahresbeginn.
Analysten verwiesen vor allem auf die unerwartet deutliche Wachstumsverlangsamung im Bereich Adhesive Technologies, der Klebstoffsparte, im vierten Quartal 2025 sowie auf den Jahresauftakt. So senkte Analystin Wassachon Udomsilpa von der kanadischen Bank RBC nach der Vorlage des Zahlenwerks ihre WachstumsschÀtzungen moderat, um den sich fortsetzenden geopolitischen Unsicherheiten und der EnttÀuschung im Klebstoff-Segment Rechnung zu tragen. Ihr Kursziel passte sie zugleich von 78 auf 75 Euro an und bekrÀftigte ihre neutrale EinschÀtzung "Sector Perform".
Barclays-Analyst Warren Ackerman erlĂ€uterte Positives und Negatives in der GeschĂ€ftsentwicklungen des Schlussquartals. WĂ€hrend die Sparte Consumer Brands die Erwartungen ĂŒbertroffen habe, sei die SchwĂ€che im GeschĂ€ftsfeld Automobil und Elektronik auf die Klebstoffsparte durchgeschlagen.
"Das Hauptthema ist jedoch die Prognose eines schwachen Starts in das Jahr 2026 und die breit gefasste operative ProfitabilitĂ€tsprognose von 14,5 bis 16,0 Prozent", schrieb er. Entsprechend stelle sich etwa die Frage, was in Bezug auf die Ăl- und Erdgaspreise zu erwarten sei. Denn "Henkel ist anfĂ€llig fĂŒr die Entwicklungen der Rohstoffpreise, wie in den Jahren 2021 bis 2023 zu sehen gewesen ist", wie etwa Analystin Celine Pannuti von JPMorgan ergĂ€nzend schrieb.
Barclays-Experte Ackerman erinnerte aber auch daran, dass Henkel im vergangenen Jahr ein sehr schwaches erstes Quartal gehabt habe. Insgesamt blieben aber mehr Fragen als Antworten offen, resĂŒmierte er, auch wenn Henkel davon ausgehe, dass das Auftaktviertel 2026 weiterhin innerhalb der Prognose fĂŒr das GesamtgeschĂ€ftsjahr liegen werde, womöglich aber am unteren Ende. "Allerdings könnte die Prognose fĂŒr das Ergebnis je Aktie (EPS) wiederum am oberen Ende herauskommen, sobald alle Akquisitionen berĂŒcksichtigt sind."
Pannuti richtete den Fokus zudem darauf, dass Henkel kein neues AktienrĂŒckkaufprogramm angekĂŒndigt hat und geht obendrein von erst einmal leicht sinkenden KonsensschĂ€tzungen fĂŒr das EPS 2026 aus. Nach der Telefonkonferenz resĂŒmierte sie: Insgesamt ist der Start in das neue GeschĂ€ftsjahr schwach verlaufen und beeintrĂ€chtigt die Sichtbarkeit einer Erholung der Absatzmengen, wĂ€hrend eine potenziell höhere Rohstoffinflation - sofern die aktuellen Preise Bestand haben - die Margenverbesserung wie in den Jahren 2021 bis 22 gefĂ€hrden könnte."
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