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AKTIEN IM FOKUS: Luxuswerte unter Druck - HSBC sieht vielfÀltigen Gegenwind

Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 13:03 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Eine kurzfristig skeptischere EinschĂ€tzung des LuxusgĂŒtermarktes durch die Großbank HSBC hat am Mittwoch die Aktien vieler Branchenunternehmen belastet.

Die Papiere von Hermes FR0000052292, Swatch CH0012255151, Kering FR0000121485, LVMH FR0000121014, Burberry GB0031743007 und Richemont CH0210483332 bĂŒĂŸten gegen Mittag bis zu 3,5 Prozent ein.

Anfang MÀrz und damit kurz nach Beginn des Iran-Kriegs habe sie noch eine positive EinschÀtzung zum Luxussegment abgegeben, doch im Nachhinein betrachtet habe sie die Auswirkungen des militÀrischen Konflikts unterschÀtzt, schrieb Analystin Anne-Laure Bismuth. Der Krieg habe das Umsatzwachstum aus eigener Kraft (organisches Wachstum) im Sektor um einen Prozentpunkt beeintrÀchtigt, und im zweiten Jahresviertel hÀtten sich diese negativen Auswirkungen zumindest nicht weiter verschÀrft.

FĂŒr das zweite Halbjahr nun sieht Bismuth keinen Spielraum fĂŒr eine konstruktivere Dynamik im LuxusgĂŒtersegment. Vielmehr könnten mehrere Faktoren den Sektor belasten: So sei die Vergleichsbasis jetzt schwieriger zu ĂŒbertreffen, da das organische Wachstum im dritten und vierten Quartal 2025 recht hoch ausgefallen sei.

Zudem konstatierte die Expertin eine schwĂ€chere Dynamik auf dem fĂŒr die Branche wichtigen chinesischen Festland. Bismuth verwies unter anderem auf die stark schwankenden AktienmĂ€rkte, was die Konsumstimmung belaste. Ferner lasse die lang erwartete Erholung des Immobilienmarktes auf sich warten. China spielt fĂŒr die Anbieter von LuxusgĂŒtern eine wichtige Rolle, da das riesige Land eine große kaufkrĂ€ftige Mittelschicht besitzt. Diese ist allerdings stark auf einen funktionierenden Immobilienmarkt angewiesen, in dem ein Großteil des privaten Vermögens gebunden ist.

Damit habe sich der KreativitĂ€tsschub in der Branche, auf den sie im MĂ€rz noch gehofft habe, noch nicht unmittelbar positiv ausgewirkt, fuhr die Expertin fort. Vielmehr baue sich diese Inspirationswelle je nach Marke erst allmĂ€hlich auf. WĂ€hrend einige HĂ€user langfristig investierten, versuchten andere, bei ambitionierten Verbrauchern taktisch wieder an Zugkraft zu gewinnen, indem mehr gĂŒnstige Produkte verkauft werden. Dies dĂŒrfte sich nicht auf die Margen auswirken, da es durch höhere Absatzmengen ausgeglichen werden sollte.

Unter dem Strich ĂŒberwiegt bei Bismuth erst einmal die Skepsis. So strich sie ihre Kaufempfehlungen fĂŒr die Aktien von Burberry und LVMH. Die Papiere der Franzosen sackten damit in Paris auf das Niveau von Ende 2020 ab. Zuletzt stand ein Minus von 2,6 Prozent auf 415,50 Euro zu Buche, wĂ€hrend der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 EU0009658145 um 1,7 Prozent abrutschte.

Der HSBC-Expertin zufolge dĂŒrften kurzfristig vor allem die Aussichten fĂŒr das "Soft-Luxury"-Segment schwierig bleiben - "ein Bereich, der leider gerade die Kernkompetenz von LVMH darstellt", wie Bismuth hervorhob. Dieses Untersegment umfasst langlebige KonsumgĂŒter wie Accessoires, Designer-Kleidung, Lederwaren, Mode und Schuhe. Und bei LVMH zĂ€hlen laut der Expertin die GeschĂ€ftsbereiche Mode und Leder zu den wichtigsten Sparten.

Die Anteilsscheine von Burberry weiteten in London ihre jĂŒngsten Verluste aus und bĂŒĂŸten zuletzt 2,6 Prozent ein. Bei den Briten komme die Sanierung zwar gut voran, jedoch bestehe kaum Spielraum fĂŒr AufwĂ€rtskorrekturen bei den Umsatz- und GewinnschĂ€tzungen, schrieb Bismuth.

Branchenfavorit der HSBC-Expertin ist weiterhin Richemont. Die jĂŒngsten Quartalsergebnisse hĂ€tten einmal mehr die StĂ€rke des Schmucksegments und die AttraktivitĂ€t der SchmuckhĂ€user des Konzerns unterstrichen. Dies sei das Ergebnis der anhaltenden ProduktkreativitĂ€t der SchmuckhĂ€user sowie der moderateren Preiserhöhungen, die vor dem Hintergrund eines höheren Goldpreises durchgesetzt worden seien. Dennoch fielen die Aktien in ZĂŒrich in dem schwachen Marktumfeld um 3,5 Prozent.

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