Frankfurt Schluss: Dax stabilisiert sich
04.02.2025 - 17:59:05Der deutsche Leitindex schloss 0,36 Prozent höher bei 21.505,70 Punkten. Das Börsenbarometer hatte bereits am Montag die Verluste etwas eingedĂ€mmt, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump zunĂ€chst die Zölle auf Waren aus Mexiko vorerst ausgesetzt hatte. SpĂ€ter wurde bekannt, dass auch kanadische Waren erst einmal von Zöllen verschont bleiben. Der MDax DE0008467416 der mittelgroĂen Unternehmen legte um 0,12 Prozent auf 26.420,99 Punkte zu.
Die Verunsicherung bleibe hoch, kommentierte Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. Denn "im Moment ist nicht klar, wie es beim Thema Zölle weitergeht. Ob diese in 30 Tagen tatsĂ€chlich in Kraft treten oder ob Donald Trump bis dahin weitere ZugestĂ€ndnisse der beiden Nachbarstaaten erreichen möchte, bleibt offen." In der EuropĂ€ischen Union sei es ebenfalls "fĂŒr jedes Aufatmen zu frĂŒh", denn "auch hier bleiben US-Zölle jederzeit möglich". Bisher schĂ€tzten die Marktteilnehmer das Risiko als ĂŒberschaubar ein, doch Trump habe "noch einige wirtschaftspolitischen Pfeile im Köcher", warnte Analyst Christian Henke vom Handelshaus IG.
Zudem waren am Dienstag die von Trump am Wochenende angeordneten, zusĂ€tzlichen Zölle von 10 Prozent auf Einfuhren aus China in Kraft. In Reaktion darauf will China ab dem 10. Februar Zölle in Höhe von 15 Prozent auf Kohle und verflĂŒssigtes Erdgas aus den USA erheben. FĂŒr Ăl und landwirtschaftliche Maschinen soll ein Zoll von 10 Prozent gelten. Peking kĂŒndigte zudem eine kartellrechtliche Untersuchung gegen den US-Technologieriesen Google US02079K1079 an. Trump sagte schon am Montag, dass man mit der chinesischen Seite "wahrscheinlich in den nĂ€chsten 24 Stunden" sprechen werde.
Am deutschen Aktienmarkt stand der Halbleitersektor mit gegensĂ€tzlichen Signalen im Fokus. Der Chiphersteller Infineon DE0006231004 hatte im ersten GeschĂ€ftsquartal besser als erwartet abgeschnitten und wegen des schwachen Euro, der die Ausfuhren ankurbeln kann, sein Umsatzziel erhöht. Neben den Zahlen fĂŒr das vergangene lĂ€gen auch die Hinweise fĂŒr das laufende Quartal deutlich ĂŒber den Erwartungen, lobte Jefferies-Analyst Janardan Menon. Die seit Tagen schwachen Aktien waren anfangs bis auf 35,17 Euro emporgesprungen, was den höchsten Stand seit Juli 2024 bedeutete. Am Ende behaupteten sie ein Plus von 10,4 Prozent und hatten damit im Dax deutlich die Nase vorn.
Dagegen stimmt eine anhaltend trĂ€ge Nachfrage den Halbleiterwafer-Hersteller Siltronic DE000WAF3001 vorsichtig. Die erhoffte Nachfragebelebung habe sich nicht eingestellt und die Aussichten fĂŒr 2025 seien erst einmal trĂŒbe, hieĂ es. Daher rechnet das Unternehmen im laufenden Jahr mit einem stagnierenden Umsatz, wĂ€hrend Analysten bisher ein Wachstum erwartet hatten. Zudem geht Siltronic davon aus, die fĂŒr 2028 gesetzten Wachstumsziele erst spĂ€ter zu erreichen. HĂ€ndler sprachen von einem abermals enttĂ€uschenden Ausblick. Die Titel sackten um mehr als acht Prozent ab und waren damit das klare Schlusslicht im MDax.
Beim Logistikdienstleister Kion DE000KGX8881 hatten erfreuliche GeschĂ€ftszahlen im Handelsverlauf fĂŒr einen Kursgewinn von fast 13 Prozent gesorgt. Am Ende blieb davon ein Plus von 2 Prozent ĂŒbrig. Kion habe einen besser als erwarteten Jahresschluss hingelegt und mit dem bereinigten operativen Ergebnis klar positiv ĂŒberrascht, schrieb Akash Gupta von der US-Bank JPMorgan. Auch der Barmittelzufluss sehe stark aus. Als negativen Punkt wertete der Experte Lucas Ferhani vom Analysehaus Jefferies den Hinweis auf die stĂ€rkere Konkurrenz aus China. An der MDax-Spitze stiegen die Anteilscheine des Wettbewerbers Jungheinrich DE0006219934 um 3,6 Prozent.
Auf europĂ€ischer BĂŒhne zog der EuroStoxx EU0009658145 um 0,89 Prozent auf 5.264,59 Punkte an. DemgegenĂŒber ĂŒberwogen in London GB0001383545 und insbesondere in ZĂŒrich CH0009980894 die Verluste. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial US2605661048 legte zum europĂ€ischen Handelsschluss etwas zu./la/he
--- Von Lutz Alexander, dpa-AFX ---

