Symrise senkt Umsatzausblick - Aktie unter Druck
30.07.2025 - 10:38:17Im ersten Halbjahr bremste den Konzern eine trĂ€ge Entwicklung des GeschĂ€fts rund um ZusĂ€tze fĂŒr Heimtiernahrung, das vor allem wĂ€hrend der Corona-Pandemie noch einer der groĂen Treiber war. Hinzu kommt nun ein schwaches GeschĂ€ft mit der Kosmetikindustrie, insbesondere mit Sonnenschutzfiltern, die im Hitzesommer 2024 allerdings auch besonders stark gefragt waren. Die Anleger an der Börse zeigten sich enttĂ€uscht.
FĂŒr den Aktienkurs ging es kurz nach dem Handelsstart bis auf gut 80 Euro nach unten - ein Tief seit MĂ€rz 2020. Zuletzt waren die Papiere mit einem Minus von noch 5,6 Prozent auf 81,20 Euro zweitschwĂ€chster Wert im deutschen Leitindex. Nur Adidas DE000A1EWWW0 war schwĂ€cher, nachdem der Sportwarenkonzern mit seinen aktuellen GeschĂ€ftszahlen ebenfalls enttĂ€uscht hatte.
Der seit gut einem Jahr amtierende Symrise-Chef Jean-Yves Parisot rechnet fĂŒr 2025 nun mit einem Umsatzanstieg aus eigener Kraft von 3 bis 5 Prozent statt um 5 bis 7 Prozent, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Damit wird das Unternehmen im laufenden Jahr wohl auch höchstens das untere Ende der mittelfristigen Ambition eines jĂ€hrlichen Wachstums aus eigener Kraft um 5 bis 7 Prozent erreichen.
Der Fokus der Anleger dĂŒrfte sich auf das enttĂ€uschende Wachstum im ersten Halbjahr und den gesenkten Umsatzausblick richten, erklĂ€rte Analyst Edward Hockin von der Bank JPMorgan in einer ersten Reaktion. Daran dĂŒrfte auch der optimistischere Ausblick fĂŒr die operative Gewinnmarge nichts Ă€ndern. So sollen 2025 vom Umsatz jetzt rund 21,5 Prozent als Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hĂ€ngenbleiben, nachdem bisher circa 21 Prozent im Plan gestanden hatten.
RĂŒckenwind liefern dabei Kostensenkungen. So stieg das operative Ergebnis in den sechs Monaten bis Ende Juni im Jahresvergleich um 4,5 Prozent auf 554 Millionen Euro, was einer Marge von 21,7 Prozent entspricht, obwohl der Umsatz etwas auf 2,55 Milliarden Euro sank. Aus eigener Kraft ergibt sich ein Umsatzplus von 3,1 Prozent, das liegt aber auch nur am unteren Ende der neuen Jahreszielspanne von Symrise. Unter dem Strich blieb im ersten Halbjahr ein Ăberschuss von 268 Millionen Euro und damit 12 Prozent mehr als vor einem Jahr.
Zumindest die SparbemĂŒhungen des seit etwas mehr als einem Jahr amtierenden Parisot greifen damit. Er hatte sich von Anfang an einen stĂ€rkeren Fokus auf die ProfitabilitĂ€t auf die Fahnen geschrieben, wĂ€hrend sein VorgĂ€nger Heinz-JĂŒrgen Bertram das Konzernwachstum rund eineinhalb Jahrzehnte mit Ăbernahmen, aber auch aus eigener Kraft heraus stark angetrieben hatte.
"Es ist die Zeit fĂŒr Konsolidierung", hatte Parisot dann kurz nach seinem Amtsantritt erklĂ€rt. Symrise soll effizienter werden, etwa bei der Beschaffung von Materialien und bei der Auslieferung an Kunden. Auch VerkĂ€ufe einzelner Bereiche stehen zur Debatte.
An diesem Mittwoch betonte der Manager nun laut Mitteilung: "Im aktuell zunehmend herausfordernden Konsumumfeld ergreifen wir MaĂnahmen zur Steigerung unserer strukturellen WettbewerbsfĂ€higkeit. Das wird uns dabei helfen, Marktanteile zu gewinnen und unser GeschĂ€ft weiter nachhaltig auszubauen."
Die Anleger an der Börse muss er derweil offenbar noch ĂŒberzeugen. Seit seinem Amtsantritt haben die Papiere gut ein Viertel an Wert verloren, wĂ€hrend der Dax DE0008469008 in diesem Zeitraum um mehr als 30 Prozent zugelegt hat.

