Thema des Tages, Aktienfokus

AKTIE IM FOKUS: Thyssenkrupp legen nach Studie von Bank of America Rally hin

17.02.2025 - 12:25:42

Eine optimistische EinschÀtzung der Bank of America (BofA) zu einem etwaigen Börsengang der U-Boot-Sparte von Thyssenkrupp DE0007500001 hat deren Aktienkurs am Montag in die Höhe getrieben.

Mit einer Rally von 15 Prozent auf 5,40 Euro erreichten die Anteile des Industriekonzerns den höchsten Stand seit April 2024.

Ein Börsengang der Sparte Marine Systems wĂ€re vor allem dann positiv fĂŒr den Industriekonzern, wenn die Anleger diese eher als VerteidigungsgeschĂ€ft denn als StahlgeschĂ€ft werteten, argumentierte Jason Fairclough von der Bank of America. Erstere wĂŒrden am Markt deutlich höher bewertet als Letztere. Es könne also in Sachen Bewertung AufwĂ€rtspotenzial geben. Auch mit dem AufzugsgeschĂ€ft sowie mit dem Verkauf eines weiteren Teils der Stahlsparte sei fĂŒr Thyssenkrupp Bewertungspotenzial verbunden.

Diese Sichtweise zog im Verlauf des Vormittags immer mehr KĂ€ufer an den Markt. Waren die Aktien mit plus 2,6 Prozent in den Xetra-Handel gestartet, so bauten sie das Kursplus im Verlauf sukzessive aus.

Hier könnte auch das Schließen von LeerverkĂ€ufen, sogenannter Shorts, eine Rolle spielen. Laut dem Datenanbieter Ayondo befinden sich derzeit 12 Prozent der Thyssenkrupp-Aktien in den HĂ€nden von Spekulanten, die auf fallende Kurse setzen. Steigt der Kurs, mĂŒssen diese die zuvor verkauften Aktien wieder am Markt zurĂŒckordern, um Verluste zu vermeiden. Sich hĂ€ufende RĂŒckkĂ€ufe, im HĂ€ndlerjargon Short-Squeeze genannt, können den Kurs zusĂ€tzlich in die Höhe treiben.

Der Fokus der Bank of America auf die Sparte Marine Systems von Thyssenkrupp passte auch deshalb ins Bild, weil europaweit RĂŒstungstitel stark gefragt waren. Investoren setzen angesichts der US-Forderungen nach deutlich steigenden Verteidigungsausgaben in Europa weiter auf die Branche.

Zudem sehen sich die EuropĂ€er mit Forderungen Washingtons konfrontiert. Die USA zielten zuletzt darauf ab, den ukrainischen PrĂ€sidenten Wolodymyr Selenskyj und Kreml-Chef Wladimir Putin in Verhandlungen ĂŒber ein Ende des Krieges zu zwingen und den EuropĂ€ern die Verantwortung fĂŒr die Absicherung eines Friedensdeals zu ĂŒbertragen. Konkret geht es unter anderem um Soldaten fĂŒr eine mögliche Friedenstruppe und Waffensysteme.

Am deutschen Aktienmarkt erreichten die Anteile von Rheinmetall DE0007030009 und Hensoldt DE000HAG0005 mit prozentual zweistelligen AufschlÀgen Rekordmarken. BofA-Analyst Fairclough wies darauf hin, dass 70 Prozent der nicht atomgetriebenen U-Boot-Flotte der Nato von Thyssenkrupp stammen.

@ dpa.de | DE0007500001 THEMA DES TAGES