Echoortung, Vodafone

Echoortung: Vodafone testet Fledermaus-FĂ€higkeiten im Netz

03.03.2026 - 06:17:48 | dpa.de

Eine Radarfunktion im Handynetz, die an die Echoortung von FledermĂ€usen erinnert, rĂŒckt etwas nĂ€her.

Der Telekommunikationsanbieter Vodafone GB00BH4HKS39 teilte bei der Mobilfunk-Messe Mobile World Congress (MWC) in Barcelona mit, gemeinsam mit dem amerikanischen Netztechnik-Unternehmen Tiami erfolgreich Tests in einer speziellen Technologie durchgefĂŒhrt zu haben.

Diese Technologie heißt "Integrated Sensing and Communication" (ISAC), mit ihr erfassen Mobilfunkantennen Menschen oder Sachen mittels Echoortung. So könnte kĂŒnftig etwa ein Roboter im Krankenhaus ein Krankenbett schieben und ĂŒber das Handynetz ein Hindernis erkennen.

Denkbar ist auch, dass ISAC in ein Leit- und Warnsystem eingebunden wird, etwa wenn Menschenmassen nach einem Fußballspiel auf einen Bahnsteig strömen und ein Teil von ihnen besser umgeleitet werden soll zu einem anderen Bahnsteig oder zur Busstation. Solche Aufgaben könnten zwar auch Sensoren oder Kameras meistern - ĂŒber das Handynetz wĂ€re es aber womöglich einfacher, gĂŒnstiger und besser. Das heutige Mobilfunknetz werde in einen hochprĂ€zisen smarten Sensor verwandelt, heißt es von Vodafone.

"Smartphones könnten Nutzer vor ĂŒberfĂŒllten RĂ€umlichkeiten warnen oder versteckte Wasserlecks in GebĂ€uden erkennen", sagt der Innovationschef von Vodafone Deutschland, Michael Reinartz. "Einkaufszentren könnten Besucherströme datenschutzfreundlich ohne Kameras messen, FlughĂ€fen und Industrieanlagen Eindringlinge oder Drohnen detektieren." Auch in der Landwirtschaft, Robotik, Lebensmittelkontrolle oder bei Anwendungen der erweiterten RealitĂ€t (Augmented Reality, AR) ergĂ€ben sich neue Einsatzfelder - "bis hin zur Ortung verlegter HausschlĂŒssel".

Vodafone ist nicht der einzige Handynetz-Betreiber, der an einem sinnvollen Einsatz der Radarfunktion arbeitet. Letztlich arbeitet die ganze Mobilfunk-Branche daran, die Funktion perspektivisch ins Netz zu integrieren - und zwar mit dem Mobilfunkstandard 6G. Der wird derzeit noch entwickelt, sein Marktstart wird im Jahr 2030 erwartet. 6G wird besonders fĂŒr die Industrie wichtig, es soll eine noch bessere Latenz und Bandbreite als der aktuell genutzte Funkstandard 5G haben.

Die Tests im 5G-Netz von Vodafone zeigen nun, dass die Echoortungsfunktion schon im jetzigen Netzstandard funktionieren kann. Es zeigt sich, dass die Technik weiter ist als gedacht. Eine kommerzielle Nutzung in 5G wird es aber wohl trotzdem nicht geben, weil noch weitere Tests erforderlich sind und weil die Einspeisung dieser Funktion in den 5G-Standard Zeit brĂ€uchte. Auch Vodafone dĂŒrfte darauf warten, dass 6G an den Start kommt und dann quasi Fledermaus-FĂ€higkeiten mitbringt.

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