ROUNDUPIran-Krieg, LVMH-GeschÀft

Umsatz und Gewinn gehen zurĂŒck

Veröffentlicht am: 28.07.2026 um 10:05 Uhr | dpa.de

Eine schwĂ€chere Nachfrage hat dem französischen Luxuskonzern LVMH FR0000121014 im ersten Halbjahr einen Erlös- und GewinnrĂŒckgang eingebrockt.

So sank der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Jahres um drei Prozent auf 38,6 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Montag in Paris mitteilte. Aus eigener Kraft zogen die Erlöse jedoch um zwei Prozent an. Die LVMH-Aktie legte im frĂŒhen Handel bis zu drei Prozent zu, gab die Gewinne aber schnell wieder ab und rutschte ins Minus.

Gut eine Stunde nach Handelsstart lag der Kurs des EuroStoxx-50-Schwergewichts EU0009658145 mit rund 463 Euro fast ein Prozent unter dem Niveau vom Montag. Im bisherigen Jahresverlauf sackte der LVMH-Kurs um 28 Prozent ab. Damit ist die Aktie seit Ende 2025 einer der schwÀchsten europÀischen Standardwerte. Mit einem Börsenwert von rund 230 Milliarden Euro zÀhlt das Unternehmen aber immer noch zu den wertvollsten Unternehmen Europas.

Analyst Piral Dadhania von der kanadischen Bank RBC attestierte dem LuxusgĂŒterkonzern einen ermutigenden Zwischenbericht mit einem Umsatzwachstum, das im zweiten Quartal die Erwartungen leicht ĂŒbertroffen habe. Das operative Halbjahresergebnis (Ebit) und der Nettogewinn lĂ€gen auch ĂŒber dem Konsens.

WĂ€hrend sich das GeschĂ€ft der umsatzstĂ€rksten Mode- und Ledersparte organisch etwas schwĂ€cher entwickelte als ein Jahr zuvor, legten die Bereiche Wein und Spirituosen sowie Uhren und Schmuck zu. Vor allem Schmuck erweist sich als Lichtblick der Branche, denn Goldringe und -armbĂ€nder finden bei wohlhabenden Kunden reißenden Absatz.

Die Luxusbranche steckt schon seit lĂ€ngerem in einer anhaltenden Flaute. ZunĂ€chst fuhren chinesische KĂ€ufer ihre EinkĂ€ufe zurĂŒck, die lange Zeit die Nachfrage nach LuxusgĂŒtern angekurbelt hatten. In jĂŒngerer Zeit kam aufgrund des Iran-Kriegs eine schwĂ€chere Nachfrage in Einkaufszentren des Nahen Ostens hinzu. Ohne den Konflikt wĂ€re der Quartalsumsatz von LVMH Unternehmensangaben zufolge auf Konzernebene um 4 Prozent statt um 3 Prozent gewachsen.

Derweil sank der um Sonderfaktoren bereinigte operative Gewinn im Halbjahr stĂ€rker als der Umsatz, nĂ€mlich um vier Prozent auf 8,69 Milliarden Euro. Allerdings hatten Analysten mit einem stĂ€rkeren RĂŒckgang gerechnet. Die dazugehörende operative Marge blieb mit 22,5 Prozent nahezu unverĂ€ndert im Vergleich zum Vorjahr. Damit hat das Unternehmen laut Analyst Adam Cochrane von der Deutschen Bank die Erwartung seiner Bank deutlich ĂŒbertroffen.

"Wir werden die Margen zwar weiterhin sehr genau im Auge behalten, gehen aber mit neuem Vertrauen in die zweite JahreshÀlfte", sagte Vorstandsvorsitzender Bernard Arnault laut Mitteilung. Unter dem Strich verdiente LVMH in den sechs Monaten mit knapp 5,7 Milliarden Euro etwa so viel wie ein Jahr zuvor.

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