Amadeus Fire erwartet Gewinneinbruch - Aktie sackt ab
21.03.2025 - 10:06:03Wegen einer schwachen Nachfrage nach neuen ArbeitskrĂ€ften rechnet der Vorstand fĂŒr 2025 mit einem weiteren schwierigen GeschĂ€ftsjahr - und stellt sich auf deutliche RĂŒckgĂ€nge bei Umsatz und operativem Gewinn ein. An der Börse kamen die Neuigkeiten am Freitagmorgen schlecht an.
Am Morgen verlor die Amadeus-Fire-Aktie mehr als zwölf Prozent auf 80 Euro und gehörte damit zu den gröĂten Verlierern im Nebenwerte-Index SDax DE0009653386. Damit wurde das Papier aber noch fĂŒnf Prozent höher gehandelt als zum Jahreswechsel. Die vom Vorstand genannten Spannen Umsatz und den operativen Gewinn im laufenden Jahr lĂ€gen deutlich unter den Markterwartungen, sagte ein AktienhĂ€ndler.
Trotz des hohen Stands an BeschĂ€ftigten gebe es in Deutschland nach lĂ€ngerer Zeit wieder rund drei Millionen Arbeitslose, hatte Amadeus Fire ĂŒberraschend am Donnerstagabend mitgeteilt. Zudem verwies die Gesellschaft auf die "anhaltend negative Stimmungslage der Unternehmen".
Nach EinschĂ€tzung des Vorstands dĂŒrfte der Umsatz von Amadeus Fire 2025 auf 387 bis 417 Millionen Euro zurĂŒckgehen. Das wĂ€ren im Mittel etwa acht Prozent weniger, als Amadeus Fire auf Basis vorlĂ€ufiger Zahlen fĂŒr 2024 gemeldet hatte. Der operative Gewinn (Ebita) dĂŒrfte sogar auf 36 bis 44 Millionen Euro fallen, was in der Mitte der Spanne einem RĂŒckgang um 28 Prozent entspricht. Die operative Marge dĂŒrfte von 13 auf etwa 10 Prozent sinken.
Schon Mitte Februar hatte Amadeus Fire Eckdaten bekannt gegeben. Weil sich die Kunden mit der BeschĂ€ftigung von Zeitarbeitern und AuftrĂ€gen zur Personalvermittlung zurĂŒckhielten, sank der Erlös im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf knapp 437 Millionen Euro. Der operative Gewinn (Ebita) ging sogar um 21 Prozent auf 55,5 Millionen Euro zurĂŒck, weil Amadeus Fire die eigenen Betriebskosten kurzfristig nicht im gleichen MaĂe anpassen konnte.
Mittelfristig sieht Vorstandschef Robert von WĂŒlfing die Chancen fĂŒr das GeschĂ€ft mit Personaldienstleistungen dennoch "weiterhin grundsĂ€tzlich positiv". So sei der Markt fĂŒr Fach- und FĂŒhrungskrĂ€fte knapp, was dem GeschĂ€ftsmodell von Amadeus Fire zugutekomme.
Derzeit sieht er aber noch kein Licht am Ende des Tunnels. So hielten sich die Unternehmen bei der Besetzung von Stellen spĂŒrbar zurĂŒck. Auch die Wechselbereitschaft von Mitarbeitern sei gehemmt, und Amadeus Fire habe 2024 weniger Kandidaten erfolgreich vermittelt. Der RĂŒckgang der Nachfrage sei mittlerweile auch in kaufmĂ€nnischen und in IT-Berufen angekommen, die fĂŒr Amadeus Fire wichtig sind.
Eigentlich will der Personaldienstleister seine Vertriebs- und Rekrutierungsorganisation in jedem Jahr verstĂ€rken und sein GeschĂ€ft weiter ausbauen. FĂŒr 2025 sei dies aber wegen des GeschĂ€ftsklimas nicht vorgesehen. "Es wird mit einem geringeren Personalbestand als im Vorjahresvergleich gerechnet." Die Kosten fĂŒr Vertrieb, Verwaltung und Marketing sollen sich 2025 "weitgehend gleichlaufend" mit dem GeschĂ€ftsverlauf entwickeln. Dennoch will der Vorstand weiterhin viel Geld in die Verbesserung der Computersysteme investieren.

