Studie zweifelt Nutzen von Elbvertiefung an
27.01.2025 - 11:08:39Das bilanzieren die Autoren der Freiburger Denkfabrik Centrum fĂŒr EuropĂ€ische Politik in der Analyse "Die volkswirtschaftliche Bilanz von Flussvertiefungen". Diese ist heute in Hamburg vorgestellt worden. Die Autoren begrĂŒnden ihre EinschĂ€tzung unter anderem damit, dass zurĂŒckliegende Vertiefungen keine neue Handelsdynamik ausgelöst hĂ€tten.
Die UmweltverbÀnde WWF, Nabu und BUND haben die Studie in Auftrag gegeben. Sie fordern eine grundlegend andere Hafenpolitik: Geld solle in die Zukunftssicherung der deutschen SeehÀfen investiert werden und nicht in Flussvertiefungen. Hamburg und Bremerhaven/Bremen sollten zu "Hubs der Energiewende" transformiert werden und mehr als bislang zusammenarbeiten.
Autoren zweifeln am unbegrenzten Mengenwachstum
Die Autoren halten das GeschĂ€ftsmodell der deutschen SeehĂ€fen, das auf ein unbegrenztes Mengenwachstum im Containerverkehr abziele, fĂŒr ĂŒberholt. Die Autoren verweisen auf die zuletzt negative Entwicklung des Containerumschlags, eine ungĂŒnstige geografische Lage der HĂ€fen und erfolgreiche Wettbewerber wie Rotterdam und Antwerpen. Containerschiffe könnten ihre Waren statt in Norddeutschland inzwischen an MittelmeerhĂ€fen vollstĂ€ndig umschlagen - und damit Zeit sparen.
"Hamburg liegt etwa auf den Asien-Europa-Routen am Schluss, weshalb durch die geringe Restbeladung der Schiffe bei Ankunft in Hamburg die maximalen Fahrrinnentiefen oft keine entscheidende Rolle spielen", heiĂt es in der Studie. 5,9 Prozent der in Hamburg einlaufenden und 13,6 Prozent der auslaufenden Schiffe hĂ€tten im vergangenen Jahr den tideabhĂ€ngig möglichen Tiefgang der Elbe komplett genutzt.
Die Autoren kritisieren zudem die Kosten, die entstehen, um die Fahrrinnentiefe der Elbe zu erhalten. Die Baggerkosten fĂŒr die Strecke zwischen der ElbmĂŒndung und dem Hamburger Hafen hĂ€tten 2023 insgesamt 232 Millionen Euro betragen.

