Gedruckte Prospekte bei Verbrauchern beliebter als digitale
16.04.2024 - 14:59:53Das ist das Ergebnis einer reprÀsentativen Umfrage des Kölner Handelsforschungsinstitutes IFH, die am Dienstag veröffentlicht worden ist. 79 Prozent lesen demnach einmal in der Woche oder hÀufiger gedruckte Prospekte, der Anteil liegt damit so hoch wie im Vorjahr. Online-Werbung wird von 62 Prozent genutzt - und damit sechs Prozentpunkte mehr als 2023.
"Der Print-Prospekt wird im digitalen Zeitalter weiterhin stark genutzt, da er Konsumentinnen und Konsumenten in einen gewohnten und bequemen Umfeld, dem eigenen Zuhause, erreicht. Jeder und jede kann so den Prospekt zeitlich versetzt und individuell durchstöbern, wenn es im eigenen Tagesablauf passt", sagte der GeschĂ€ftsfĂŒhrer von IFH Media Analytics, Andreas Riekötter. Daraus folge eine lĂ€ngere Verweildauer und Mehrfachnutzung. 68 Prozent der Befragten begrĂŒnden die LektĂŒre der Papier-Prospekte mit der SchnĂ€ppchensuche, 64 Prozent wollen Geld sparen, 52 Prozent ihren Wocheneinkauf planen. Bei der Online-Werbung fallen die Werte jeweils niedriger aus.
Die stĂ€rkere Nutzung der gedruckten Variante ist auch darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass sie im Lebensmitteleinzelhandel, bei Drogerie- und BaumĂ€rkten weiter verbreitet ist. Immer mehr Menschen lesen Werbeprospekte dabei sowohl gedruckt als auch online. Der Anteil derer, die das nach eigenen Angaben gelegentlich machen, ist um sieben Prozentpunkte auf 85 Prozent gestiegen. Bei JĂŒngeren unter 30 sind es noch mehr. Beide Formate können sich laut IFH-Experte Riekötter gut ergĂ€nzen.
Einige HĂ€ndler setzen gar nicht mehr auf klassische Werbeprospekte. Die Supermarktkette Rewe kĂŒndigte im Juni 2023 an, die Papierhefte nicht mehr verschicken zu wollen. Deutschlands gröĂte Baumarktkette Obi verteilt bereits seit Juni 2022 keine mehr. Die Deutsche Post hat ihr WerbegeschĂ€ft "Einkaufaktuell" mit Prospekten von EinzelhĂ€ndlern zum 1. April 2024 eingestellt. Grund dafĂŒr seien die sinkenden Werbeausgaben von Firmenkunden und die gestiegenen Kosten fĂŒr Energie, Papier und Personal, hieĂ es.

