Elias: Roboter übersetzt jetzt Gebärdensprache
24.01.2026 - 10:52:12Ein humanoider Roboter namens Elias hat in Kärnten erstmals als Dolmetscher für Gebärdensprache gedient. Die Präsentation an der HTL Mössingerstraße in Klagenfurt markiert einen wichtigen Schritt für barrierefreie Kommunikation.
Vom Schülerprojekt zum Kommunikationshelfer
Die entscheidende Programmierung stammt von zwei Schülern. Stanislaus Lesnik und Lukas Matic haben den Roboter im Rahmen ihrer Matura-Diplomarbeit so weiterentwickelt, dass er die komplexen Bewegungen der Gebärdensprache beherrscht. Elias arbeitet mit einem bidirektionalen System: Er kann Gebärden visuell erfassen und in gesprochene Sprache umwandeln – oder umgekehrt gesprochene Worte in präzise Handzeichen übersetzen. Bei der Live-Demo zeigte der Roboter diese Echtzeit-Übersetzung.
Politische Unterstützung für inklusive Technik
Die Vorstellung fand prominente Beachtung. Kärntens Bildungsreferent Peter Reichmann sah in dem Projekt ein Musterbeispiel für zukunftsorientierte Bildungspolitik. Die Technologie fördere Teilhabe und Chancengleichheit im Schulsystem. Auch Bildungsdirektorin Isabella Penz und HTL-Direktor Hubert Lutnik unterstützen den Ansatz, technisches Know-how für soziale Herausforderungen einzusetzen.
KI soll Dialoge natürlicher machen
Doch das ist erst der Anfang. Projektleiter Gernot Opriessnig, Digitalisierungsbeauftragter der Bildungsdirektion, kündigte die Integration von künstlicher Intelligenz an. Ziel sei es, dass Elias freie Dialoge führen kann – und nicht nur einzelne Sätze übersetzt. Sollte das gelingen, könnte der Roboter künftig in öffentlichen Einrichtungen zum Einsatz kommen, wo Gebärdendolmetscher oft Mangelware sind.
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Vom Sportlehrer zum Dolmetscher
Elias ist in Kärntens Schulen kein Unbekannter. Zuvor wurde er bereits als digitaler Assistent oder sogar als „Sportlehrer“ in Volksschulen eingesetzt, um Kinder spielerisch an Technik heranzuführen. Der Schritt zur Gebärdensprache ist jedoch eine neue Dimension der Komplexität. Sie erfordert nicht nur Handbewegungen, sondern auch den Einsatz von Mimik und Körperhaltung – eine enorme Herausforderung für die Robotik.
Was bedeutet das für die Zukunft?
Das Projekt zeigt, wie Nachwuchsingenieure Nischen besetzen, die große Konzerne oft übersehen. Der Fokus auf Barrierefreiheit macht Kärnten zum Testfeld für sozial verantwortliche Technologie. Die nächsten Schritte sind klar: Der Wortschatz des Roboters muss wachsen und seine Bewegungen noch natürlicher werden. Wenn das gelingt, könnten Roboter wie Elias in zehn Jahren menschliche Dolmetscher in Schulen und Behörden ergänzen. Für die beiden Entwickler Lesnik und Matic ist es der gelungene Einstieg in eine Karriere zwischen technischer Präzision und gesellschaftlichem Nutzen.


