ENISA-Warnung: DDoS-Angriffe überschwemmen Europa
28.01.2026 - 19:14:11Die EU-Cybersicherheitsagentur ENISA schlägt Alarm: Drei Viertel aller Cybervorfälle in der Union sind DDoS-Attacken. Diese Flut von Angriffen überlastet Server und bindet wertvolle Ressourcen – oft als Vorwand für schwerwiegendere Attacken. Die Warnung kommt zur rechten Zeit, denn in Brüssel wird derzeit intensiv über eine Verschärfung des EU-Cybersicherheitsgesetzes debattiert. Die digitale Resilienz steht auf dem Prüfstand.
Hacktivismus als Haupttreiber
Hinter der Angriffswelle steckt vor allem politisch motivierter Hacktivismus. Fast 80 Prozent der Angreifer verfolgen ideologische Ziele. Ihre Kampagnen richten sich gezielt gegen Webseiten staatlicher Institutionen in EU-Mitgliedstaaten. Geopolitische Konflikte, wie der Krieg in der Ukraine, befeuern diese Entwicklung zusätzlich und führen zu einer Spirale aus Vergeltungsschlägen.
Doch was bewirken diese Angriffe wirklich? Interessanterweise führen nur etwa zwei Prozent zu nennenswerten Dienstausfällen. Die wahre Gefahr liegt anderswo: Die schiere Masse der Vorfälle erzeugt ein constantes Hintergrundrauschen. IT-Teams sind permanent gefordert, was die Erkennung tatsächlich kritischer Bedrohungen erschwert.
Ransomware: Die teuerste Gefahr
Zahlenmäßig dominieren zwar DDoS-Angriffe, doch die größten finanziellen Schäden verursacht nach wie vor Ransomware. Bei diesen Erpressungsattacken werden Daten verschlüsselt und Lösegeld gefordert. Die betrieblichen Auswirkungen sind oft verheerend, besonders wenn Backups nicht funktionieren.
Wie gelangen die Angreifer ins System? In rund 60 Prozent der Fällen ist Phishing der Einfallstor. Gefälschte E-Mails oder Nachrichten kompromittieren Mitarbeiterzugänge. Diese Tatsache unterstreicht eine einfache Wahrheit: Die beste Firewall nützt wenig, wenn das Personal nicht sensibilisiert ist. Fortlaufende Schulungen bleiben eine zentrale Verteidigungslinie.
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Öffentlicher Sektor im Fadenkreuz
Besonders alarmierend ist die Zielrichtung der Angreifer. Die öffentliche Verwaltung ist mit 38 Prozent aller Vorfälle das häufigste Ziel in der EU. Parlamente, Ministerien und nationale Behörden stehen wiederholt im Visier. Sie verwalten sensible Bürgerdaten und sind für essentielle Dienstleistungen verantwortlich. Schon kleine Störungen können hier das öffentliche Vertrauen nachhaltig beschädigen.
Die neue NIS2-Richtlinie stuft den öffentlichen Sektor zwar als „hochkritisch“ ein. Viele Behörden hinken bei der Umsetzung der strengeren Sicherheitsanforderungen jedoch hinterher. ENISA bewertet die Lage daher als Risikozone und mahnt zu beschleunigten Investitionen.
Ausblick: Professionellere Angriffe kommen
Die Zukunft sieht nicht einfacher aus. ENISA warnt vor einer zunehmenden Professionalisierung der Cyberkriminalität. Künstliche Intelligenz wird künftig Phishing-Angriffe automatisieren und verfeinern. Gleichzeitig gewinnen Multi-Vektor-Angriffe an Bedeutung, bei denen verschiedene Techniken kombiniert werden, um Abwehrmaßnahmen zu umgehen.
Was bedeutet das für Unternehmen und Behörden? Cybersicherheit ist kein Projekt, das irgendwann abgeschlossen ist. Es handelt sich um einen kontinuierlichen Prozess der Anpassung. Die Empfehlung der Agentur ist klar: Widerstandsfähigkeit muss durch bessere Vorbereitung, stärkere Netzwerksegmentierung und intensivere europäische Zusammenarbeit gestärkt werden. Die digitale Verteidigungslinie muss heute für die Angriffe von morgen gerüstet sein.
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