ROUNDUP, China

Zu abhĂ€ngig von China? EU-Kammer warnt vor Folgen fĂŒr Europa

14.04.2026 - 06:35:03 | dpa.de

Entgegen Forderungen nach einer Risikominderung setzen europÀische Firmen laut EU-Handelskammer weiter auf China.

"Trotz aller Diskussionen sehen wir nicht wirklich, dass Europa weniger abhÀngig von China wird", sagte KammerprÀsident Jens Eskelund in Peking. Im vergangenen Jahr hatten mit 26 Prozent doppelt so viele Firmen in einer Umfrage angegeben, ihre Lieferketten nach China zu verlagern, wie Firmen, die diese von dort wegverlegen oder sich ein zweites Standbein im Ausland aufbauen wollen.

Dieser Trend setze sich eindeutig fort, sagte der PrĂ€sident der Interessenvertretung von mehr als 1.600 europĂ€ischen Mitgliedsfirmen in China. Dabei sind dem DĂ€nen zufolge viele Firmen wegen der Unsicherheiten nicht unbedingt begeistert, China noch mehr ausgesetzt zu sein. Es handele sich eher um einen "Überlebensmechanismus".

Viele EU-Firmen hÀtten mindestens einen chinesischen Konkurrenten. Wer im Markt gewinnen wolle, brauche das bessere Produkt zum niedrigeren Preis, sagte Eskelund. Dies sei nur möglich, wenn man chinesische Lieferketten nutze, erklÀrte er.

Risikofaktor Exportkontrollen

Doch die AbhĂ€ngigkeiten schafften Probleme, die nun politische Reaktionen erzeugten, sagte Eskelund. Besonders einschneidend waren Pekings Exportkontrollen im vergangenen Jahr auf sieben seltene Erden und die daraus gefertigten Magnete. China ist weltweit fĂŒhrend in der Produktion dieser wichtigen Rohstoffe, die in Motoren, Smartphones und vielen AlltagsgerĂ€ten stecken.

Im Herbst hatte Peking Exportkontrollen gegen weitere seltene Erden angedroht. Diese wurden jedoch bis November dieses Jahres vertagt, nachdem US-PrĂ€sident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping in SĂŒdkorea eine Pause in ihrem laufenden Handelsstreit vereinbart hatten.

Kammer warnt vor Schaden fĂŒr EU

Zur Überraschung der Kammer gaben Anfang dieses Jahres in einer Umfrage fast ein Drittel der Mitglieder an, von den Exportkontrollen betroffen zu sein. In Anbetracht der wenigen kontrollierten Stoffe sei die Menge an betroffenen Produkten "unglaublich", hieß es. "Ich glaube nicht, dass irgendjemand wirklich weiß, ob Europa ohne China ĂŒberhaupt Zahnpasta herstellen könnte", sagte Eskelund.

Ein neuer Bericht der Kammer betont, einige Firmen sorgten sich, dass China ĂŒber die erforderlichen Details in den AntrĂ€gen fĂŒr Exportlizenzen AbhĂ€ngigkeiten von Firmen erfassen könne. "Die AbhĂ€ngigkeit der EU von China ist groß genug, dass das Land - durch sein Exportkontrollsystem - der europĂ€ischen Wirtschaft nun beispiellosen Schaden zufĂŒgen könnte, sollte es sich dazu entschließen", warnt die Kammer.

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