Wetterextreme, Entwicklungsstaaten

Wetterextreme treffen Entwicklungsstaaten am hÀrtesten

11.11.2025 - 21:35:02 | dpa.de

Entwicklungsstaaten sind in den vergangenen 30 Jahren am verheerendsten von Wetterextremen wie Hitzewellen, StĂŒrmen und Überflutungen getroffen worden.

Dies zeigt der neue Klimarisiko-Index 2026, den die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zur UN-Klimakonferenz in Brasilien veröffentlicht hat. Die LĂ€nder werden teilweise in so kurzen AbstĂ€nden heimgesucht, dass sich ganze Regionen kaum noch von den Katastrophen erholen können, wie Co-Autorin Vera KĂŒnzel sagte. Das gelte speziell fĂŒr Haiti, die Philippinen oder Indien, allesamt in den Top Ten.

Erst am Wochenende hatte - wenige Tage nach dem verheerenden Taifun "Kalmaegi" - ein neuer Sturm die Philippinen hart getroffen. Über den Inselstaat ziehen im Durchschnitt rund 20 tropische WirbelstĂŒrme pro Jahr.

830.000 Todesopfer in drei Jahrzehnten erfasst

In 30 Jahren verzeichnet der Index nun schon mehr als 9.700 Wetterextreme mit gut 830.000 Todesopfern und inflationsbereinigt 4,5 Billionen US-Dollar an direkten SchĂ€den. Dabei stellten Hitzewellen und StĂŒrme die grĂ¶ĂŸte Gefahr fĂŒr Menschenleben dar, wie Laura SchĂ€fer, eine weitere Autorin, sagte. StĂŒrme verursachten zugleich die mit Abstand grĂ¶ĂŸten SachschĂ€den.

An der Spitze des Index ĂŒber 30 Jahre steht Dominica - ein kleiner karibischer Inselstaat. Er wurde schon mehrmals von WirbelstĂŒrmen heimgesucht. Allein der Hurrikan Maria 2017 verursachte dort laut Germanwatch SchĂ€den von 1,8 Milliarden US-Dollar - nahezu das Dreifache des Bruttoinlandsprodukts.

Myanmar kommt auf Rang zwei. Hier tötete allein der Zyklon Nargis 2008 fast 140.000 Menschen und richtete SchĂ€den von 5,8 Milliarden US-Dollar (5 Mrd. Euro) an. Das unterstreiche den wissenschaftlich bestĂ€tigten Trend, dass tropische WirbelstĂŒrme in einer wegen der Klimakrise heißeren Welt stĂ€rker und gefĂ€hrlicher werden, hieß es.

Auf der Klimakonferenz fordern Ă€rmere Staaten deutlich mehr Hilfen, um sich der Klimakrise so gut es geht anzupassen. Der Bedarf ist gigantisch. Der neue UN-Report zur "AnpassungslĂŒcke" zeigt, dass EntwicklungslĂ€nder bis 2035 jĂ€hrlich mindestens 310 Milliarden US-Dollar (268 Mrd. Euro) dafĂŒr brauchen - das Zwölffache der derzeitigen internationalen öffentlichen Finanzmittel.

In Deutschland viele Hitzetote

Aber auch EU-Staaten und IndustrielĂ€nder wie Frankreich (Rang 12), Italien (16), die USA (18) und selbst Deutschland (29) landen im oberen Bereich der betroffenen LĂ€nder. Neben den SachschĂ€den spielen auch Todesopfer in Deutschland eine Rolle. "In der Öffentlichkeit wird bisher unzureichend wahrgenommen, wie viele Todesopfer massive Hitzewellen oft fordern", erklĂ€rte Co-Autor David Eckstein.

Hierzulande waren demnach vor allem in den Sommern 2003, 2022 und 2023 insgesamt fast 24.000 Todesopfer zu verzeichnen. "Viele Todesopfer forderten zudem die Flutkatastrophen im Westen Deutschlands im Jahr 2021", erklÀrte Eckstein. Die gesamten SchÀden belaufen sich seit 1995 inflationsbereinigt auf knapp 130 Milliarden US-Dollar (112 Mrd. Euro).

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