Eon bestÀtigt Prognosen - Kursplus
Veröffentlicht am: 13.05.2026 um 14:52 Uhr | dpa, AD HOC NEWS(neu: Kursteil aktualisiert, weitere Analystenstimme, weitere Details sowie Aussagen von Finanzchefin zu Ăbernahme von Ovo ergĂ€nzt)
ESSEN (dpa-AFX) - Das kalte und nasse Wetter hat die InvestitionsplĂ€ne des Energiekonzerns Eon DE000ENAG999 zu Jahresbeginn gebremst. Weil der Dax-Konzern DE0008469008 aber in den vergangenen Jahren bereits viel Geld vor allem in den Netzausbau gesteckt hatte, stieg der operative Gewinn dennoch. Er ist in weiten Teilen an den Ausbau des Energienetzes geknĂŒpft, dessen Betrieb den Löwenanteil zu Eons Ergebnis beitrĂ€gt. Die Jahresprognose bestĂ€tigten die Essener, ebenso wie die mittelfristigen Ziele bis 2030. Zudem gab Eon einen Einblick in die zu erwartenden Ergebniseffekte aus der geplanten Ăbernahme des britischen Energieunternehmens Ovo. Das kam an der Börse gut an.
Eon nahm in den drei Monaten bis Ende MĂ€rz mit knapp 1,4 Milliarden Euro sieben Prozent weniger Geld in die Hand als ein Jahr zuvor. Die Arbeiten dĂŒrften sich in die kommenden Monate verschieben, teilte der Konzern am Mittwoch in Essen mit.
Die Eon-Aktie verteuerte sich am Nachmittag zuletzt um 4,3 Prozent. Das Plus seit Jahresbeginn hat sich damit auf mehr als 17 Prozent vergröĂert. Die Quartalszahlen des Energieversorgers hĂ€tten die Markterwartungen leicht getoppt, schrieb RBC-Experte Alexander Wheeler. Auch die Analysten vom Bankhaus Metzler lobten den Jahresstart: Eon sei es gelungen, den Gewinn trotz höherer Kosten zu steigern.
Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (ber Ebitda) stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf knapp 3,3 Milliarden Euro. Dabei blieb der Ergebnisbeitrag aus dem wichtigen NetzgeschĂ€ft quasi stabil. Dem Ausbau des Netzes standen Effekte aus Portfolio-Anpassungen gegenĂŒber, insbesondere aus der Entkonsolidierung einer Regionalbeteiligung in Deutschland sowie dem Verkauf des tschechischen Gasnetz-GeschĂ€fts.
Eon ist Deutschlands gröĂter Stromversorger und -netzbetreiber. Der Konzern zĂ€hlt im Heimatmarkt rund zwölf Millionen Strom- und zwei Millionen Erdgaskunden. Fast ein Drittel des Strom-Verteilnetzes gehört zum Unternehmen.
Auch der Beitrag aus dem VertriebsgeschĂ€ft bewegte sich auf Vorjahresniveau. Derweil legte Eons GeschĂ€ft mit StĂ€dten, Gemeinden, Gewerbe und Industrie zu, der Bereich steuert allerdings am wenigsten zum Gesamtergebnis bei. Der bereinigte Ăberschuss verbesserte sich konzernweit um sieben Prozent auf gut 1,3 Milliarden Euro.
Im Gesamtjahr strebt der Konzern ein operatives Ergebnis von 9,4 bis 9,6 Milliarden Euro an, womit es im schlechtesten Fall im Vergleich zu 2025 stabil bliebe. Gleiches gilt fĂŒr den bereinigten KonzernĂŒberschuss, der bei 2,7 bis 2,9 Milliarden Euro herauskommen soll.
Bis 2030 soll das operative Ergebnis dann auf 13 Milliarden und der bereinigte Gewinn auf 3,8 Milliarden Euro zulegen. Zudem stehen fĂŒr das laufende Jahr 8,7 Milliarden Euro Investitionen im Plan und von 2026 bis 2030 rund 48 Milliarden.
Bis zum Ende des Jahrzehnts dĂŒrften dann auch die finanziellen Auswirkungen sichtbar werden, die der am Montag verkĂŒndete Plan einer Ăbernahme des britischen Energieversorger Ovo nach sich zieht. Finanzchefin Nadia Jakobi konkretisierte am Mittwoch die zu erwartenden Effekte: Sie plant sowohl mit einem positiven Ergebnisbeitrag als auch mit einer StĂ€rkung der BarmittelflĂŒsse.
Zudem erwartet sie zusĂ€tzliche Ertragspotenziale, insbesondere im GeschĂ€ft mit FlexibilitĂ€tslösungen. Dazu zĂ€hlen etwa die sogenannten Smart Meter. Dabei handelt es sich um intelligente Messysteme zur Ermittlung und kosteneffizienteren Steuerung des Stromverbrauchs, die in GroĂbritannien weit verbreitet sind.
Konkret stellte die Managerin am Mittwoch durch den Zusammenschluss von Ovo und dem britischen GeschĂ€ft von Eon im Jahr 2030 einen Beitrag zum bereinigten operativen Konzerngewinn im niedrigen dreistelligen Millionen Euro-Bereich in Aussicht. Beim bereinigten KonzernĂŒberschuss liege dieser im hohen zweistelligen Millionen Euro-Bereich.
Nach erfolgter Genehmigung will Jakobi den Fokus neben der Integration von Ovo darauf legen, dass die GeschÀfte störungsfrei weiterlaufen. Es gehe nicht nur darum, ein neues integriertes GeschÀft zu formen. "Genauso wichtig ist, dass die Kunden beider Unternehmen bei uns bleiben und uns weiterhin vertrauen", sagte die Managerin der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Beide Aspekte seien sorgfÀltig analysiert worden, und Eon bereite sich im britischen GeschÀft gerade intensiv darauf vor.
"Kunden bleiben dann bei uns, wenn die Leistung stimmt, beim Produktportfolio und beim Service." Sie zeigte sich zuversichtlich, dass die Kunden von Ovo von der QualitÀt des Eon-Kundenservices genauso profitierten wie von der regulatorischen Sicherheit.
Eon hatte die Ăbernahme von Ovo zu Wochenbeginn verkĂŒndet. Ein Abschluss der Transaktion wird im zweiten Halbjahr 2026 erwartet, sofern die Behörden zustimmen. Ovo hatte in den vergangenen Jahren Marktanteile verloren und brauchte zuletzt dringend Geld, um die regulatorischen Mindeststandards einzuhalten.
