Erdogan, EU-Beitritt

Erdogan: EU-Beitritt der TĂŒrkei ist keine PrioritĂ€t

Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 11:21 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

FĂŒr den tĂŒrkischen PrĂ€sidenten Recep Tayyip Erdogan hat der EU-Beitritt seines Landes keine PrioritĂ€t mehr.

Ankara habe die TĂŒr fĂŒr einen Beitritt zwar nicht geschlossen, er habe aber keinen Vorrang, sagte er in einem Interview mit dem Sender Al Jazeera. "Die EuropĂ€ische Union ist fĂŒr uns keine PrioritĂ€t", sagte er. Aus seiner Sicht sei die EU der Verlierer, wenn sie die TĂŒrkei weiter ablehne.

Die TĂŒrkei ist seit 1999 EU-Beitrittskandidat. Im Jahr 2005 wurden Beitrittsverhandlungen eröffnet, die aber wegen fortdauernden RĂŒckschritten des Landes in den Bereichen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Grundrechte inzwischen vollstĂ€ndig auf Eis liegen.

Vorgehen gegen Opposition in Kritik

Zuletzt war die tĂŒrkische FĂŒhrung vor allem wegen des Vorgehens gegen die Opposition in Kritik geraten, insbesondere wegen der Inhaftierung des Erdogan-Rivalen und ehemaligen Istanbuler BĂŒrgermeisters Ekrem Imamoglu. Das Mammutverfahren gegen Imamoglu wird heute unter großer Aufmerksamkeit im GerichtsgebĂ€ude im Istanbuler Bezirk Silivri fortgesetzt. Ihm werden unter anderem Korruption, GeldwĂ€sche und die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Die tĂŒrkische Opposition wertet das Verfahren gegen Imamoglu als politisch motiviert und wirft Erdogan vor, mit Hilfe der Justiz seinen profiliertesten Rivalen ausschalten zu wollen. Die Regierung weist Einflussnahme auf die Justiz zurĂŒck.

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