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Erste Group Aktie: Dividendenkürzung mit Kalkül

03.04.2026 - 05:43:18 | boerse-global.de

Die Erste Group reduziert die Dividende drastisch, um Kapital für die Integration der Santander Bank Polska freizusetzen. Die ersten konsolidierten Ergebnisse Ende April werden zeigen, ob die Strategie aufgeht.

Erste Group Aktie: Dividendenkürzung mit Kalkül - Foto: über boerse-global.de

Die Erste Group fährt die Dividende drastisch zurück — von 3,00 Euro auf 0,75 Euro je Aktie. Wer jetzt aufschreit, übersieht die Logik dahinter: Das Kapital fließt in die Integration der Santander Bank Polska, die das Institut zu Jahresbeginn übernommen hat. Ob sich der Verzicht auszahlt, zeigt sich schon Ende April.

Solide Basis, teurer Umbau

Das operative Fundament stimmt. Für 2025 meldete die Erste Group einen Nettogewinnsprung auf 3,5 Milliarden Euro, nach 3,1 Milliarden im Vorjahr. Das Kreditvolumen legte um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro zu.

Die Polen-Integration hat ihren Preis. Brutto-Integrationskosten von 180 Millionen Euro, jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte von 70 Millionen Euro und einmalige Rebranding-Aufwendungen von rund 30 Millionen Euro belasten das laufende Jahr. Die Bank strebt dennoch eine Cost-Income-Ratio von 47 Prozent an — ein Ziel, das die Effizienz nach der Expansion sichern soll.

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April bringt erste Klarheit

Der Monat wird für Aktionäre ereignisreich. Am 17. April findet die Hauptversammlung in Wien statt, gefolgt von:

  • 22. April: Ex-Dividendentag
  • 24. April: Auszahlung der 0,75 Euro je Aktie
  • 30. April: Quartalsergebnisse für Q1 2026

Der 30. April ist dabei der eigentliche Prüfstein. Erstmals werden die Zahlen der polnischen Tochter voll konsolidiert ausgewiesen — und der Markt wird genau hinschauen, ob die angestrebte Gewinnsteigerung je Aktie von über 20 Prozent für 2026 noch erreichbar ist.

Analysten bleiben mehrheitlich optimistisch: Das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 108 Euro, einzelne Schätzungen reichen bis 132 Euro. Gemessen am gestrigen Schlusskurs von 94,40 Euro — rund 15 Prozent unter dem Februar-Hoch — steckt in der Aktie laut Konsens noch erhebliches Aufholpotenzial. Ob es sich entfaltet, hängt maßgeblich davon ab, was die Quartalszahlen Ende April über den Integrationsverlauf verraten.

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