US-HÀndler steigern Gewinne durch höhere Importzölle
19.09.2025 - 05:30:54"Insbesondere bei Kaffee, GetrÀnken, Unterhaltungselektronik, Bekleidung, Sportartikeln, Spielzeug und Schmuck sind die Endverbraucherpreise in den USA stÀrker gestiegen als die Importkosten", sagte Leiter der Unternehmensforschung bei Allianz Trade, Ano Kuhanathan.
Nach SchĂ€tzungen des Kreditversicherers dĂŒrften Verbraucher fĂŒr Waren wie Möbel 3,6 Prozent und fĂŒr Autos, Bekleidung, Schmuck und Schuhe bis zu 2,3 Prozent mehr bezahlen als aufgrund der Importkosten zu erwarten gewesen sei. Selbst beim Wein zahlten Verbraucher fast ein Prozent mehr als die Importpreise suggerieren wĂŒrden.
Gewinne im US-Einzelhandel steigen
Entsprechend seien die Gewinne im US-Einzelhandel teils deutlich gestiegen. Die operativen Margen der US-GroĂhĂ€ndler kletterten demnach im zweiten Quartal auf 3,7 Prozent - nach nur 1,8 Prozent im ersten Quartal. Die LebensmitteleinzelhĂ€ndler wiederum steigerten ihre Gewinne von 3,5 auf 4,6 Prozent. Im Gegensatz dazu verzeichneten amerikanische Discounter im vergangenen Quartal kaum VerĂ€nderungen in ihrer RentabilitĂ€t.
Dies zeige, "dass Teile der Lieferkette höhere Preise einfach weitergeben - zumindest ĂŒber einen gewissen Zeitraum - um ihre eigenen Gewinne zu bewahren oder auszubauen", sagte Kuhanathan. Er geht davon aus, dass Aufgrund der Marktstruktur insbesondere US-GroĂhĂ€ndler ihre höheren Margen lĂ€nger durchsetzen können und so doppelt zu profitieren.
Verlierer sind US-Verbraucher und auslÀndische Exporteure
"Die eindeutigen Verlierer im Handelskrieg sind US-Verbraucher und auslĂ€ndische Exporteure. Sie zahlen in den meisten FĂ€llen am Ende die Zeche", erklĂ€rte Kuhanathan. Dies betreffe 77 Prozent der FĂ€lle. AuslĂ€ndische Exporteure hĂ€tten vor allem bei Tierfutter, Zucker, Papier, Snacks, TiefkĂŒhlkost und Nudeln ihre Verkaufspreise gesenkt, um die Zoll-Mehrkosten aufzufangen.
US-Unternehmen ĂŒbernĂ€hmen dagegen fĂŒr nur weniger als ein Viertel der Produkte höhere Kosten - hauptsĂ€chlich im Agrar- und Lebensmittelsektor wie beispielsweise SĂŒĂigkeiten, Kekse und Milchprodukte. Dies dĂŒrfte auf den starken inlĂ€ndischen Wettbewerb und die preissensiblen Verbraucher in diesen Kategorien zurĂŒckzufĂŒhren sein. In einigen FĂ€llen fĂŒhrten der Wettbewerb und die KostenĂŒbernahme durch die Importeure der Studie zufolge dazu, dass die tatsĂ€chlichen Preissteigerungen unter den Prognosen geblieben seien, etwa bei Arzneimitteln.

