Leyen, USA

Von der Leyen sieht EU und USA wegen Grönland am Scheideweg

21.01.2026 - 10:27:26

EU-KommissionsprÀsidentin Ursula von der Leyen sieht die transatlantischen Beziehungen wegen des Grönland-Konflikts an einem kritischen Punkt.

"Wir stehen an einem Scheideweg", sagte von der Leyen im EuropĂ€ischen Parlament in Straßburg. Europa bevorzuge Dialog und Lösungen, aber sei uneingeschrĂ€nkt bereit zu handeln, sollte das nötig sein. "Geeint, schnell, entschlossen", betonte von der Leyen.

Die von US-PrĂ€sident Donald Trump angekĂŒndigten Zusatzzölle gegen europĂ€ische Alliierte seien schlichtweg falsch. Wenn man jetzt in eine gefĂ€hrliche AbwĂ€rtsspirale innerhalb des BĂŒndnisses gerate, wĂŒrde dies eben jene Gegner ermutigen, die man so eindeutig aus der strategischen Landschaft fernhalten wolle.

Zu Grönland sagte von der Leyen, die Insel sei nicht einfach nur ein an kritischen Rohstoffen reiches Gebiet und ein strategischer Außenposten an immer wichtiger werdenden globalen Seerouten. Es sei vor allem die Heimat eines freien und souverĂ€nen Volkes. "Es ist eine Nation mit eigener SouverĂ€nitĂ€t und eigenem Recht auf territoriale IntegritĂ€t. Und ĂŒber die Zukunft Grönlands entscheiden nur die GrönlĂ€nder", betonte sie mit Blick auf die BesitzansprĂŒche der USA.

"VerÀnderung birgt viele Gefahren"

Von der Leyen schwor die Abgeordneten zudem auf schwere Zeiten ein. "Dieser Moment der globalen VerĂ€nderung birgt viele Gefahren", sagte sie. Europa mĂŒsse nun bereit sein, sich noch schneller zu verĂ€ndern, noch unabhĂ€ngiger zu werden, um seine eigene Zukunft zu sichern. "Das wird nicht leicht", fĂŒgte sie hinzu. Man werden schwierige Entscheidungen treffen mĂŒssen und man werde alles Handeln im grĂ¶ĂŸeren Zusammenhang sehen mĂŒssen.

Die Staats- und Regierungschefs der EU-Staaten kommen an diesem Donnerstagabend in BrĂŒssel zu einem Sondergipfel zum Grönland-Konflikt zusammen. Dabei soll ĂŒber mögliche Antworten auf die jĂŒngsten Zolldrohungen Trumps diskutiert werden. Der US-PrĂ€sident will damit den Widerstand gegen einen Verkauf der zu DĂ€nemark gehörenden Insel Grönland an die Vereinigten Staaten brechen. Die EU erwĂ€gt fĂŒr den Fall des Inkrafttretens der US-Zölle unter anderem Gegenzölle.

RatsprÀsident: Können Recht des StÀrkeren nicht akzeptieren

Auch EU-RatsprĂ€sident AntĂłnio Costa verwies vor dem Plenum auf gewaltige geopolitische Herausforderungen. Er kritisierte, dass die internationale regelbasierte Ordnung ausgehöhlt sowie zentrale Allianzen infrage gestellt wĂŒrden. "Doch die EuropĂ€ische Union wird aus all dem stĂ€rker, widerstandsfĂ€higer und souverĂ€ner hervorgehen", sagte er in Straßburg. "Wir können nicht akzeptieren, dass das Recht des StĂ€rkeren ĂŒber die Rechte der SchwĂ€chsten gestellt wird." Allianzen dĂŒrften nicht auf eine bloße Abfolge von Transaktionen reduziert werden. Die EU sei bereit, sich gegen jede Form von Zwang zu verteidigen. Sie verfĂŒge ĂŒber die Instrumente. Mit den USA wolle man einen konstruktiven Dialog fortsetzen.

@ dpa.de