EU lockert Verbrenner-Verbot für E-Fuels ab 2035
02.02.2026 - 07:00:11Die EU hat ihre strengen Klimavorgaben für Neuwagen gelockert. Statt eines Komplettverbots für neue Verbrenner ab 2035 gilt nun ein CO2-Reduktionsziel von 90 Prozent. Diese Entscheidung öffnet die Tür für klimaneutrale synthetische Kraftstoffe, sogenannte E-Fuels.
Die Debatte um die Zukunft des Autos ist damit neu entfacht. Während die Industrie die Technologieoffenheit begrüßt, kritisieren Umweltverbände einen Rückschritt für den Klimaschutz.
Bisher sah der Plan ein faktisches Aus für neue Benziner und Diesel ab 2035 vor. Jetzt können auch nach diesem Stichtag noch Verbrenner neu zugelassen werden – aber nur unter einer Bedingung: Sie müssen die verbleibenden 10 Prozent Emissionen ausgleichen.
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Möglich wird das durch:
* Den Einsatz von klimaneutralen E-Fuels.
* Die Verwendung von CO2-ärmer produziertem Stahl.
* Oder den Kauf von Emissionszertifikaten.
Der Schritt gilt als Reaktion auf massiven Druck aus Ländern wie Deutschland, Italien und Österreich. Deren mächtige Auto- und Zulieferindustrie hatte auf diese Korrektur gedrängt.
eFuel Alliance: „Batterie ist nicht die einzige Lösung“
Im Zentrum der Lockerung steht die Forderung der eFuel Alliance. Der Interessenverband kämpft seit Jahren für die Anerkennung synthetischer Kraftstoffe.
Ihr Argument: Eine reine Fokussierung auf Elektroautos vernachlässige andere Wege zur Klimaneutralität. Vor allem für die Millionen bereits existierenden Verbrenner seien E-Fuels der einzige praktikable Weg zur Dekarbonisierung.
„Emissionen müssen über den gesamten Lebenszyklus betrachtet werden, nicht nur am Auspuff“, so die Position der Allianz. Sie fordert, dass der CO2-Vorteil von E-Fuels endlich auf die Flottengrenzwerte der Hersteller angerechnet wird.
Österreichs Zulieferer atmen auf
Für Österreich ist die Entscheidung aus Brüssel von großer Bedeutung. Die heimische Wirtschaft ist stark von Automobilzulieferern geprägt, die auf Verbrennertechnologie spezialisiert sind.
Die gelockerten Vorgaben verschaffen diesen Unternehmen mehr Zeit für die teure und komplexe Umstellung. Branchenvertreter zeigten sich erleichtert. Die Forderung nach mehr Technologieoffenheit sei damit zumindest teilweise erhört worden.
Doch der Transformationsdruck bleibt hoch. Die Zukunft des Standorts hängt davon ab, wie schnell es gelingt, von der klassischen Motorenproduktion auf neue Technologiefelder wie E-Fuels oder Wasserstoff umzusatteln.
Der steinige Weg zum Markthochlauf
Trotz des politischen Erfolgs stehen E-Fuels vor enormen praktischen Hürden. Die Produktion ist aktuell noch extrem teuer und energieintensiv.
Kritiker fragen: Warum grünen Strom erst in flüssigen Kraftstoff umwandeln, wenn man ihn direkt im E-Auto nutzen kann? Die Effizienzbilanz fällt für Elektromobilität deutlich besser aus.
Die Befürworter kontern, dass es für Lkw, Schiffe, Flugzeuge und die bestehende Pkw-Flotte keine realistische Alternative gebe. Der weitere Erfolg hängt nun von klaren politischen Rahmenbedingungen ab. Die EU muss definieren, unter welchen Voraussetzungen E-Fuels als klimaneutral gelten.
Die endgültige Ausgestaltung der Regelung liegt jetzt beim EU-Parlament und den Mitgliedsstaaten. Sie entscheiden, wie groß das Fenster für den Verbrenner tatsächlich aufgestoßen wird.


