ROUNDUP, Trumps

EU organisiert wegen Trumps Zoll-Drohungen Sondergipfel

18.01.2026 - 21:35:34 | dpa.de

EU-RatsprÀsident António Costa wird nach den neuen Zoll-Drohungen von US-PrÀsident Donald Trump im Grönland-Streit einen Sondergipfel einberufen.

Als Termin fĂŒr ein Treffen der europĂ€ischen Staats- und Regierungschefs kommt nach Angaben einer EU-Beamtin Donnerstag infrage. Sicher sei aber bislang nur, dass es ein physisches Treffen Ende der Woche geben solle.

Costa teilte mit, seine Konsultationen mit Mitgliedstaaten zu den jĂŒngsten Spannungen im Zusammenhang mit Grönland hĂ€tten die gemeinsame EinschĂ€tzung deutlich gemacht, dass Zölle die transatlantischen Beziehungen untergraben wĂŒrden und mit dem EU-USA-Handelsabkommen unvereinbar seien.

Man sei bereit, sich gegen jede Form von Zwang zu verteidigen. Zugleich wolle man weiterhin konstruktiv mit den USA zusammenzuarbeiten. Es gebe ein gemeinsames transatlantisches Interesse an Frieden und Sicherheit in der Arktis, insbesondere durch Zusammenarbeit im Rahmen der Nato.

"Handels-Bazooka" wÀre mögliche Option

Bei den Beratungen auf europĂ€ischer Ebene ĂŒber die Reaktion auf den offenen Erpressungsversuch des US-PrĂ€sidenten dĂŒrfte auch die Aktivierung eines EU-Instruments zur Abwehr wirtschaftlicher Nötigung diskutiert werden - dieses wird auch als "Handels-Bazooka" bezeichnet. Frankreichs PrĂ€sident Emmanuel Macron werde beantragen, das sogenannte Anti-Coercion Instrument (ACI) zu nutzen, hieß es aus dem Umfeld des PrĂ€sidenten.

Das Gesetz ermöglicht der EU Gegenmaßnahmen, wenn wirtschaftlicher Druck ausgeĂŒbt wird, um politische Entscheidungen zu erzwingen. Dadurch wĂ€ren etwa Vergeltungszölle auf den Import von US-Waren möglich. Als eine Option gilt, die im vergangenen Jahr wĂ€hrend des Zollkonflikts geplanten Vergeltungsmaßnahmen zu beschließen. Vorgesehen war damals, Vergeltungszölle auf US-Importe im Wert von rund 93 Milliarden Euro zu verhĂ€ngen.

US-PrÀsident will Grönland-Kauf mit Zöllen erzwingen

Trump hatte am Samstag wegen des Grönland-Streits angekĂŒndigt, ab dem 1. Februar sollten Strafzölle in Höhe von 10 Prozent gelten, ab dem 1. Juni Zölle in Höhe von 25 Prozent - auf alle Waren, die in die USA gesendet werden - bis ein Abkommen ĂŒber den Kauf Grönlands erzielt werde. Betroffen von der Zoll-Androhung sind acht europĂ€ische Nato-LĂ€nder, die jĂŒngst Soldaten zu einer Erkundungsmission auf die Insel geschickt haben, darunter Deutschland.

Aktuell gilt seit Sommer fĂŒr die meisten EU-Exporte nach Amerika ein Zollsatz von 15 Prozent. Bereits am spĂ€ten Sonntagnachmittag war daher eine Krisensitzung der Vertreter der EU-Staaten auf Botschafterebene abgehalten worden.

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