EU-Sanktionen gegen Russland: Griechenland und Malta blockieren Öl-Transportverbot
10.02.2026 - 17:14:12Die EU ringt erneut um Einigkeit im Sanktionskampf gegen Russland. Griechenland und Malta blockieren das 20. Sanktionspaket, weil es ihre Schifffahrtsbranche hart treffen würde.
Das geplante Paket ist die bisher schärfste Maßnahme gegen Russlands Ölhandel. Kernstück ist ein umfassendes Verbot aller maritimen Dienstleistungen für Tanker mit russischem Rohöl. Das würde Moskaus Exporte massiv behindern. Für die großen Schifffahrtsnationen Griechenland und Malta bedeutet es jedoch existenzielle Risiken.
Streitpunkt: Totalverbot für Schiffsdienste
Im Zentrum des Konflikts steht der Vorschlag der EU-Kommission. Er will von der bisherigen G7-Preisobergrenze zu einem Komplettverbot übergehen. Betroffen wären Versicherung, Finanzierung und Transport.
Viele Unternehmen unterschätzen die Gefahr durch unvollständige Sanktionsprüfungen – besonders wenn EU-Maßnahmen Häfen, Drittstaaten und Umschlagrouten betreffen. Ein falscher Geschäftspartner oder eine übersehene Listeneintragung kann Zahlungen blockieren und rechtliche Folgen nach sich ziehen. Das kostenlose E‑Book erklärt praxisnah, welche Sanktionslisten relevant sind, wie Sie Prüfprozesse automatisieren und Nachweise rechtssicher dokumentieren. Unverzichtbar für Exportverantwortliche und Compliance-Teams. Jetzt Gratis-Leitfaden zur Sanktionslistenprüfung herunterladen
Griechenland und Malta verfügen über riesige Tankerflotten. Ein Totalverbot würde ihre Reedereien unverhältnismäßig stark schädigen, argumentieren beide Länder. Sie fürchten massive Verluste und den Abfluss von Geschäften zu Wettbewerbern außerhalb der EU.
In Brüssel mahnten Vertreter beider Staaten zudem steigende Energiepreise und gestörte Lieferketten an. Sie fordern detaillierte Klarstellungen und Ausgleichsmechanismen. Diese Haltung ist nicht neu: Maritime Staaten plädieren stets für maßgeschneiderte Sanktionen.
Was im 20. Sanktionspaket steckt
Neben dem umstrittenen Transportverbot enthält das Paket weitere weitreichende Maßnahmen. Geplant sind neue Importverbote für russische Metalle, Chemikalien und kritische Mineralien.
Die Finanzsanktionen sollen ausgeweitet werden. Ziel sind weitere russische Regionalbanken und Firmen in Drittländern, die Umgehungsgeschäfte ermöglichen. Erstmals erwägt die EU auch Sanktionen gegen Häfen in Drittstaaten wie Kulewi in Georgien oder Karimun in Indonesien.
Diese Häfen sollen den Umschlag russischen Öls erleichtern. Zudem sollen weitere Schiffe aus Russlands „Schattenflotte“ auf die Sanktionsliste.
Analyse: Ein bekanntes Muster der Spaltung
Das aktuelle Patt zeigt ein wiederkehrendes Problem der EU-Sanktionspolitik. Die wirtschaftlichen Kosten sind ungleich verteilt. Binnenstaaten ohne nennenswerte Schifffahrt haben weniger Bedenken gegen harte Maßnahmen.
Länder wie Griechenland und Malta tragen dagegen eine viel größere Last. Ähnlich argumentierte zuvor bereits Ungarn gegen Pipeline-Sanktionen. Beobachter deuten den Widerstand als taktisches Manöver. Es zielt auf Ausnahmen oder eine gestaffelte Einführung des Verbots ab.
Der Erfolg des Sanktionsregimes hängt stets vom EU-Konsens ab. Er muss für Russland schmerzhaft, für alle Mitglieder aber tragbar sein.
Ausblick: Diplomatie unter Druck
Mit dem blockierten Paket werden die diplomatischen Bemühungen in Brüssel jetzt intensiver. Die Kommission und Befürworter des Verbots müssen die Sorgen Griechenlands und Maltas adressieren.
Ein Kompromiss könnte eine längere Übergangsfrist, finanzielle Ausgleichszahlungen oder ein gezielterer Ansatz bedeuten. Da EU-Sanktionen Einstimmigkeit erfordern, haben Athen und Valletta ein effektives Vetorecht.
Der Druck auf die EU-Führung wächst. Sie muss zeigen, dass der Block weiterhin entschlossen handeln kann – selbst wenn die eigenen wirtschaftlichen Kosten steigen. Eine Lösung wird wohl vor dem vierten Jahrestag des Großangriffs auf die Ukraine gesucht. Dieses symbolträchtige Datum soll erneut westliche Entschlossenheit demonstrieren.
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