Japan, Partnerschaft

EU und Japan vertiefen digitale Partnerschaft

28.01.2026 - 03:04:13

Die EU und Japan planen die technische und rechtliche Verknüpfung ihrer digitalen Ausweissysteme, um den grenzüberschreitenden Handel zu vereinfachen und offenen Standards gegenüber Protektionismus den Vorzug zu geben.

Die EU und Japan wollen ihre digitalen Identitätssysteme miteinander verknüpfen. Dieser Schritt soll den Handel vereinfachen und ein Gegengewicht zu protektionistischen Modellen schaffen. Die Weichen für die konkrete Zusammenarbeit werden bei der zweiten „EU-Japan Digital Week“ Ende März in Tokio gestellt.

Ein Rahmen für vertrauenswürdige Daten

Im Kern geht es um die gegenseitige Anerkennung digitaler Ausweise. Bürger und Unternehmen sollen künftig mit ihrer heimischen digitalen Identität auch im Partnerraum sicher agieren können. Die Grundlage dafür schuf ein Kooperationsabkommen, das beide Seiten bereits 2024 unterzeichneten. Es zielt auf sichere digitale Interaktionen ab und soll bürokratische Hürden im grenzüberschreitenden Geschäftsverkehr einreißen. Erste Pilotprojekte, etwa im E-Commerce, testen bereits die technische Machbarkeit.

Nationale Vorreiter: EU-Wallet und „My Number Card“

Die Pläne bauen auf etablierten nationalen Systemen auf. In Japan nutzen bereits über 100 Millionen Menschen die „My Number Card“. Das entspricht etwa 80 Prozent der Bevölkerung. 2026 soll die Karte weiter ausgebaut werden, unter anderem im Gesundheitswesen.

Die Europäische Union treibt parallel die EU Digital Identity Wallet voran. Eine erste Version für Unternehmen, der „European Business Wallet“, ist seit November 2025 im Einsatz. Die größte Herausforderung der Partnerschaft liegt nun darin, diese beiden hochentwickelten Systeme technisch und rechtlich zusammenzuführen.

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Strategisches Signal gegen digitalen Protektionismus

Die wirtschaftlichen Vorteile einer Interoperabilität sind enorm. Unternehmen könnten Prozesse beschleunigen und Kosten senken. Ein gemeinsamer Rahmen würde Planungssicherheit schaffen und den für moderne Lieferketten essenziellen Datenaustausch erleichtern.

Die Kooperation ist aber auch ein starkes politisches Statement. Zwei der weltweit größten digitalen Volkswirtschaften setzen damit auf offene Standards und vertrauensbasierten Datenfluss. Dies stellt eine klare Alternative zu restriktiveren, abgeschotteten Modellen dar. Die digitale Identität ist nur ein Teil einer breiteren strategischen Annäherung, die auch Halbleiter, KI und Cybersicherheit umfasst.

Nächster Schritt: Die „Digital Week“ in Tokio

Der konkrete Fahrplan für die Zusammenarbeit soll auf der „EU-Japan Digital Week“ Ende März festgezurrt werden. Bei dem Treffen in Tokio werden Regierungsvertreter, Industrie und Wissenschaft über die nächsten Schritte beraten.

Neben digitaler Identität stehen auch KI, Quantencomputing und Lieferketten-Sicherheit auf der Agenda. Erwartet werden die Ankündigung erster Pilotprojekte und ein Zeitplan für die Umsetzung. Die Ergebnisse der Konferenz werden zeigen, wie schnell die Vision eines nahtlosen digitalen Raums zwischen Europa und Japan Wirklichkeit werden kann.

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