EuropÀischer, Gaspreis

EuropĂ€ischer Gaspreis steigt ĂŒber 87 Euro - Höchster Stand seit Ende 2022

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 16:33 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas hat am Dienstag den Höhenflug der vergangenen Handelstage fortgesetzt und ein weiteres Mehrjahreshoch erreicht.

Der richtungweisende Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat stieg an der Börse in Amsterdam auf 87,20 Euro je Megawattstunde (MWh). Das waren etwa drei Prozent mehr als am Vortag und der höchste Stand seit Ende 2022. Als Preistreiber gelten jĂŒngste Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus und auch das verstĂ€rkte AuffĂŒllen der Gasspeicher vor dem Winter.

Seit Beginn des Monats geht es mit dem Gaspreis tendenziell nach oben. In dieser Zeit ist der Rohstoff um mehr als 20 Prozent teurer geworden. Seit Beginn des Jahres hat sich der Preis fĂŒr europĂ€isches Erdgas in etwa verdreifacht. Zuletzt war er zu Beginn des Ukraine-Kriegs stark gestiegen, wobei die Notierungen damals noch viel höher bis auf ĂŒber 300 Euro je MWh gesprungen waren.

Rohstoffexperte Norman Liebke von der Commerzbank begrĂŒndete den jĂŒngsten Preisanstieg mit den anhaltenden Angriffen auf Schiffe und Energieinfrastruktur im Nahen Osten. In den vergangenen Tagen kam es immer wieder zu Angriffen auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, einer wichtigen Transportroute fĂŒr Energierohstoffe aus den Fördergebieten am Persischen Golf.

Zudem hat eine Serie von Drohnen- und Raketenangriffen der vom Iran unterstĂŒtzten Huthi auf den wichtigsten Flughafen Saudi-Arabiens den Druck auf Washington erhöht, sich stĂ€rker in den Konflikt im Jemen einzuschalten und damit eine weitere Eskalation der geopolitischen Lage im Nahen Osten zu riskieren.

Nach EinschĂ€tzung des Commerzbank-Experten Liebke liegen die Exporte von Erdgas aus der Region am Persischen Golf derzeit deutlich unter dem Vorkriegsniveau. "Katar, der grĂ¶ĂŸte LNG-Exporteur der Region, kommt derzeit auf Ausfuhren von nur 20 bis 30 Prozent seiner ExportkapazitĂ€t, sagte er.

Hinzu kommt, dass Deutschland derzeit bemĂŒht ist, die Gasreserven vor dem Winter zu erhöhen. Im vergangenen Monat wurde das staatliche Unternehmen SEFE Securing Energy for Europe angewiesen, zusĂ€tzliches Gas fĂŒr die SpeicherbestĂ€nde zu beschaffen. Dies hat die Preise zusĂ€tzlich gestĂŒtzt. Die deutschen Gasspeicher sind zu knapp 60 Prozent gefĂŒllt - ein Wert, der unter dem saisonalen FĂŒnfjahresdurchschnitt von 87 Prozent liegt.

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