Europa Schluss: Tech-Sorgen bremsen Ălpreis-Euphorie
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 18:25 Uhr | dpa.deSie setzten ihre vor dem Wochenende begonnene Erholung zunĂ€chst wegen neuer Hoffnung auf eine Deeskalation im Nahen Osten fort. Diese hatte die Ălpreise wieder deutlich gedrĂŒckt. Doch rund um den US-Börsenauftakt lieĂ die Euphorie wieder nach. Im Technologiesektor machten sich am Nachmittag in der Chipbranche Sorgen vor China-Konkurrenz breit.
Zu tun hatten diese mit dem ChipausrĂŒster ASML NL0010273215 und der Angst, dass in in dem Land die Produktion von vergleichbaren Lithografiesystemen anlĂ€uft. Der ASML-Kurs sackte daraufhin um 8,5 Prozent ab und bremste dabei als gröĂter Indexverlierer den EuroStoxx 50 EU0009658145. Der Leitindex der Eurozone legte nach einem Spitzenplus von 1,4 Prozent zur Mittagszeit am Ende noch um 0,02 Prozent auf 6.282,21 Punkte zu.
AuĂerhalb der Eurozone machte der schweizerische SMI CH0009980894 im Verlauf mit einem Rekordhoch auf sich aufmerksam. Aus dem Handel ging er noch 0,66 Prozent höher bei 14.421,97 ZĂ€hlern. Der britische FTSE 100 GB0001383545 legte um 0,42 Prozent auf 10.781,75 ZĂ€hler zu.
Die schwĂ€chste Branche war letztlich Ăl- und Gas EU0009658780 mit einem mehr als zwei Prozent groĂen Abschlag. Eine erneute Feuerpause im Krieg zwischen den USA und dem Iran zog die Ălpreise deutlich nach unten. Im Eurostoxx gaben mit Eni IT0003132476 und Totalenergies FR0000120271 zwei Indexwerte relativ deutlich um bis zu 2,4 Prozent nach.
Etwas dahinter bewegten sich in der Sektorwertung die von ASML beeinflussten Technologiewerte, deren Teilindex EU0009658921 1,7 Prozent verlor. Unter Anlegern geht die BefĂŒrchtung um, dass die Anlagen des Unternehmens mehr und mehr durch solche aus China ersetzt werden könnten. Im Sog davon kam die ganze Chipbranche unter Druck. Dies machte sich bei Infineon DE0006231004 und STMicroelectronics NL0000226223 mit AbschlĂ€gen von 4,5 respektive 1,9 Prozent bemerkbar.
Dem Druck im Chipsektor folgten im frĂŒhen New Yorker Handel auch die US-Branchenwerte, wohingegen Titel aus dem Software- und Internetsektor dort ihre Erholung fortsetzten. Dies brachte auch in Europa RĂŒckenwind und fĂŒhrte dazu, dass die SAP DE0007164600-Aktien im EuroStoxx mit fast acht Prozent Plus der Spitzenreiter waren. Software gehört zwar auch zum Technologiesektor, konnte die Belastungen des Schwergewichts ASML aber nicht aufwiegen.
Unter den Gewinnersektoren legten Medienwerte und der Einzelhandelssektor um jeweils mehr als zwei Prozent zu. Bei letzterem profitierten die Papiere von Inditex ES0148396007 von einer Hochstufung durch Barclays Bank mit einem Aufschlag von knapp zwei Prozent.
Nach der Veröffentlichung von Quartals-Umsatzzahlen sowie einer Erhöhung der Prognose fĂŒr das operative Jahresergebnis nach LeasingvertrĂ€gen gewannen die Papiere von Vodafone GB00BH4HKS39 in London fast fĂŒnf Prozent. AuĂerdem ĂŒbertraf der britische Telekomkonzern mit seinen Service-UmsĂ€tzen die Erwartungen.
Astrazeneca GB0009895292 gab ebenfalls Quartalszahlen bekannt. Der Pharmakonzern profitierte von steigenden VerkĂ€ufen von Krebsmedikamenten und Arzneimitteln fĂŒr seltene Krankheiten. Dies konnte den Gegenwind aus dem Patentverlust fĂŒr das Mittel Farxiga in den USA mehr als ausgleichen. Die Aktien legten um 1,7 Prozent zu.
