Aktien Europa: Börsen kaum bewegt - Feiertag in London
26.08.2024 - 11:22:31In London blieben die HandelsrÀume wegen eines Feiertags geschlossen.
TrĂŒbe Ifo-Daten fĂŒr die deutsche Wirtschaft im August stĂŒtzten an den europĂ€ischen AktienmĂ€rkten die Erwartungen an einen baldigen, weiteren Zinsschritt in der Euroregion.
In den USA ist unterdessen "die Zeit des Hinhaltens vorbei", wie schreibt Chef-Marktanalyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets schreibt. "Die US-Notenbank Fed leitet die Zinswende ein", konstatiert er nach den ĂuĂerungen von Fed-Chef Jerome Powell zum Notenbanker-Treffen in Jackson Hole am Freitag. Die Börsen allerdings hĂ€tten diese Erwartung jedoch bereits zuvor mit krĂ€ftigen Kursanstiegen honoriert.
Nach drei Wochen der Erholung, in denen es mit nur wenigen Unterbrechungen aufwÀrts ging, gab der EuroStoxx 50 EU0009658145 am Montag um 0,04 Prozent auf 4.907,24 Punkte nach. Im Verlauf der vergangenen Woche hatte der Leitindex der Euroregion um 1,4 Prozent zugelegt. Seit dem Tief nach den Marktturbulenzen Anfang August belÀuft sich sein Plus sogar auf fast neun Prozent. Die Verluste aus dem Kursrutsch sind inzwischen wieder ausgeglichen.
AuĂerhalb der Eurozone stieg der Schweizer Leitindex SMI CH0009980894 am Montag um 0,04 Prozent auf 12.352,62 ZĂ€hler.
"Der September dĂŒrfte der Monat der Zinssenkungen werden, und sinkende Zinsen sind der Treibstoff fĂŒr steigende Aktienkurse", gibt sich Kapitalmarktstratege JĂŒrgen Molnar von Robomarkets weiter optimistisch. Dass sich der Fokus der US-Notenbank auĂerdem von der Inflation auf den Arbeitsmarkt verschoben habe, sieht er als Signal dafĂŒr, "dass die Zinsen auch schneller und stĂ€rker fallen können, sollte sich die konjunkturelle Lage verschlechtern".
Obendrein verdichten sich Molnar zufolge bei der EuropĂ€ischen Zentralbank (EZB) ebenfalls die Hinweise auf eine Zinssenkung. Es wĂ€re nach dem im Juni erfolgten ersten Zinsschritt die zweite Senkung in diesem Jahr. Die EZB wird am 12. September ĂŒber den Leitzins entscheiden, die Fed rund eine Woche spĂ€ter, am 18. September.
Unternehmensseitig standen in Europa die Anteilsscheine von Meyer Burger CH1357065999 mit Kursverlusten von 47,5 Prozent im Blick. Das schwer angeschlagene Solarunternehmen will sich erneut neu aufstellen und leitet umfassende Restrukturierungsschritte ein. Unter anderem wollen sich die Schweizer auf die Produktion von Solarmodulen in Arizona beschrĂ€nken und den Bau einer weiteren Fabrik in den USA stoppen. Mit diesen MaĂnahmen werde die LiquiditĂ€tslĂŒcke kleiner, erwartet UBS-Analystin Barbora Blaha. Sie hĂ€lt die Planbarkeit kĂŒnftiger Gewinn- und BarmittelflĂŒsse aber weiterhin fĂŒr begrenzt.
Novartis CH0012005267 gewannen im SMI 0,3 Prozent und zĂ€hlten damit zu den Favoriten. Der deutsche Medizintechnikkonzern Siemens DE0007236101 Healthineers DE000SHL1006 ĂŒbernimmt von dem Schweizer Pharmakonzern einen Teil des GeschĂ€fts mit radioaktiven Chemikalien fĂŒr die Krebsdiagnostik. DafĂŒr sollen mehr als 200 Millionen Euro gezahlt werden, wie die "Financial Times" ("FT") am Wochenende unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen schreibt. Die Transaktion selbst hĂ€tten beiden Unternehmen der Zeitung gegenĂŒber bestĂ€tigt. Sie soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein.
FĂŒr NestlĂ© CH0038863350 ging es um 0,3 Prozent nach oben. Der neue Chef Laurent Freixe wird den Nahrungsmittelkonzern unbefristet leiten, sagte der VerwaltungsratsprĂ€sident des Konzerns, Paul Bulcke der "NZZ am Sonntag". Ungewöhnlich abrupt hatte Nestle am Donnerstag den Chefwechsel bekannt gegeben. Mark Schneider musste mit sofortiger Wirkung gehen, was an der Börse fĂŒr Verunsicherung und Spekulationen gesorgt hatte. Zeitweise war die Aktie nach der Mitteilung um rund vier Prozent abgesackt.

